Überlingens Oberbürgermeisterin Sabine Becker bescheinigt dem Vorhaben „ein hervorragendes Potenzial und große Perspektiven“. Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand ergänzt: „Die Kooperation ist machbar und sinnvoll – je umfassender, desto besser.“
Das Modell sieht vor, dass Swü und TWF eine gemeinsame neue Gesellschaft, die „Stadtwerke Bodensee“, gründen. Die neue Gesellschaft soll mittel- und langfristig eine dauerhafte Sicherung der Energieversorgung in der Region gewährleisten, heißt es in der gemeinsam herausgegebenen Presseerklärung. „Auch wenn die Unternehmen schon jetzt erfolgreich sind – gemeinsam kann man Vieles noch effektiver und günstiger machen“, beschreibt Sabine Becker, Oberbürgermeisterin der Stadt Überlingen, den Gedanken hinter dem Projekt. Beide Unternehmen seien sehr gut am Markt positioniert, so Becker. Die Kooperation sei dementsprechend „kein Gebot der Stunde, sondern ein vorausschauender Schritt mit Perspektive.“
Das bestätigt auch Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand: „Wir gehen dieses Projekt aus einer Position der Stärke an.“ Die beiden Städte griffen eine Chance auf, ihre Stadtwerke für die Zukunft zu rüsten und Arbeit und Steuern in der Region zu halten. Klar sei allerdings auch, dass Energiewirtschaft und Energiemärkte immer mehr Effizienz in den Prozessen und Strukturen der Energieunternehmen erforderten. „Wir wollen mit unseren Stadtwerken einen Schritt gehen, der heute nicht notwendig, morgen aber sehr hilfreich und übermorgen vielleicht überlebensnotwendig sein wird“, so Brand.
Synergien ergäben sich beispielsweise bei Energieeinkauf, Netzmanagement, Kundenabrechnung, Rechnungswesen oder IT, konkretisiert Becker . Auch auf der Erlösseite erwarten sich die Partner Effekte: „Wir wollen wachsen – in unseren Stammgeschäften, aber auch mit neuen Dienstleistungen wie dezentrale Energieerzeugung, technische Dienstleistungen und Telekommunikation.“
„Synergien ja, allerdings nicht mit dem Ziel Arbeitsplätzeabbau“, so wird TWF-Geschäftsführer Alfred Müllner zitiert: „Wir wollen ja wachsen, zusätzliche Leistungen aufbauen, neue Produkte anbieten und neue Gebiete erschließen. Dazu brauchen wir das qualifizierte Personal, das wir haben.“ Beide Standorte sollen bestehen bleiben. „In beiden Städten bleiben qualifizierte Arbeitsplätze erhalten“, versichert Becker. Als kleinerem der beiden Partner sei das für sie ein besonders wichtiges Anliegen. Aber auch für Friedrichshafen ist das selbstverständlich, stellt Brand unumstößlich fest: „Das Projekt ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe, die gegenseitige Achtung und das Vertrauen sind groß.“ Die Stimmung bei der entscheidenden gemeinsamen Aufsichtsrat-Sitzung sei denn auch „ausgezeichnet“ gewesen, berichten die OBs: „Die Aufsichtsräte stehen voll hinter der Idee einer gemeinsamen Gesellschaft.“
Auch zwischen den Mitarbeitern stimme die Chemie, heißt es in dem Pressetext. Schließlich seien Kooperationen zwischen Swü und TWF nicht neu: „Wir haben bereits einige Projekte gemeinsam umgesetzt“, erklärt Swü-Geschäftsführer Klaus Eder. Die beiden Unternehmen arbeiten beispielsweise bereits heute im Bereich Energienetze und Kundenabrechnung zusammen. Eder: „Wir kennen uns gut und verstehen uns bestens.“ Nicht zuletzt gebe es auch bei der strategischen Ausrichtung große Gemeinsamkeiten, so Eder Swü-Geschäftsführer: Beide Unternehmen verfolgen eine regionale Wachstumsstrategie, beide sind unabhängig von den großen Energiekonzernen und beide sind in kommunaler Hand.
Gute Stimmung, gute Chancen, positive Entschlüsse – mit diesem Rückenwind wollen die beiden Partner die nächsten Schritte schnell angehen. Denn Ziel ist, die neuen „Stadtwerke“ noch im Jahr 2012 zu gründen. Voraussetzung dafür sind positive Entschlüsse der beiden Gemeinderäte, die das letzte Wort haben. „Wir werden nun weiter arbeiten, die Gesellschaft ausformen und konkretisieren und so das Projekt entschlussreif vorbereiten“, sagt Brand.. Zweifel am Erfolg haben die beiden Stadt-Chefs keine: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass am Ende des Projektes ein erfolgreiches neues Unternehmen steht“, so Becker laut Pressetext. (shi)
Nein zum Abbau von Arbeitsplätzen (Abrechnung, Personal und ...