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Überlingen Schulstandort erhalten

11.02.2012
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– Was tun zur Stärkung der Berufsschule in Überlingen? Die kleinen Berufschulklassen für angehende Industriekaufleute von derzeit nur jeweils 15 Schülern sollen an einem Standort im Bodenseekreis zusammengeführt werden – das steht fest.

Die Frage ist nur, welchen Ort es trifft. Friedrichshafen und Überlingen haben beide schwer zu kämpfen mit der niedrigen Anzahl an Azubis in ihren Klassen.

Im Gespräch zwischen ansässigen Firmen, der Constanin-Vanotti-Schule (CVS) und der IHK Weingarten im Hause der Firma Allweier Präzisionsteile sollten erste Ansätze zur Lösung des Problems diskutiert und gefunden werden. Eines war für die Anwesenden klar: „Überlingen ist die Perle am Bodensee. Und dafür müssen wir kämpfen!“ So leitete Sabine Niestrath, Personalleiterin der Firma Allweier Präzisionsteile, das Gespräch ein. Es bestand Einigkeit darin, den Schulstandort unbedingt zu halten. Doch sind nun die Constantin-Vanotti-Schule und die Firmen im Umkreis Überlingens gefragt.

Ziel soll sein, den Standort Überlingen attraktiv für die Firmen als Ausbilder und die Auszubildenden gleichermaßen zu machen. Das kann nur durch einschlägige Veränderungen im Bereich der schulischen Angebote passieren, was bedeutet: Es muss dafür gesorgt werden, dass die Auszubildenden auch in Überlingen Zusatzqualifikationen in diversen Bereichen erlangen können.

„Der Schlüssel ist es, die wegen dieser Zusatzqualifikationen abwandernden Auszubildenden durch Verbesserung der schulischen Möglichkeiten zurückzuholen“, sagt Clemens Besenfelder von der IHK Weingarten.

Das hört sich einfacher an, als es ist. „Es ist nun viel strategisches Gespür gefragt“, sagt Joachim Maurer, Schulleiter der CVS. Zusätzliche Stunden verursachen Kosten, die gedeckt werden müssen. „Man muss ein Modell für die zwei Züge – Abitur und Fachhochschulreife – entwickeln.“, so Studiendirektor Siegfried Miller. Und selbst wenn Friedrichshafen alleiniger Standort für die Ausbildung von Industriekaufleuten werden sollte, bedeutet das womöglich, dass viele Firmen im Raum Überlingen gar nicht mehr ausbilden, da sie sich an kurzen Wegen orientieren, die schließlich für ihre Azubis mehr Arbeitszeit im Betrieb bedeuten. „Und natürlich werden die Kosten für die Auszubildenden immer höher, je länger ihr Weg zur Berufsschule wird“, warnt Gabriele Maaß von der Firma Rafi.

„Es muss nun mit den Firmen gesprochen werden, um mehr Auszubildenden-Plätze zu schaffen“, schlägt Clemens Besenfelder vor. Simone Allweier, Geschäftsleitung der Firma Allweier, ergänzt: „ Die Zusatzqualifikationen müssen geschaffen werden, damit der Standort Überlingen attraktiver für die Firmen wird.“ Sabine Niestrath hofft auf eine glückliche Fügung des Schicksals und blickt am Ende des Gesprächs optimistisch in die Zukunft.

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