Überlingen Schüler experimentieren
Tamara Mahl (r.) und Caroline Schütte schnupperten beim Girls Day 2009 in einer Werkstatt und entfernten die Plaketten von Autoschildern. Bild: Bast
Überlingen – Rund 60 Schnupperplätze sollen den Mädchen und Jungen nach den Vorstellungen des Organisationsteams am 22. April angeboten werden. Bisher haben 20 Betriebe ihre Teilnahme zugesagt, erklärt Gabriele Linnenweber, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Konstanz. Linnenweber hofft, dass sich noch mehr Betriebe finden, die ihre Tore für Jungs und Mädchen öffnen werden.
Der Praktikumstag, bei dem Mädchen zum Beispiel in technische, und Jungs in soziale Bereiche schnuppern können, beginnt um 8.30 Uhr und dauert bis etwa 16 Uhr. Jeder Betrieb kann den Ablauf frei gestalten. Wichtig sei aber, sagt Gabriele Linnenweber, dass die Schülerinnen und Schüler den Betrieb während ihres Aufenthalts richtig kennen lernen, zum Beispiel durch einen Rundgang und durch Gespräche mit Beschäftigen, Azubis und Meistern. Interessant für die Tagespraktikanten seien auch Informationen über die Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten, Ausbildung, Bewerbung und die praktische Mitarbeit.
Der „Girls Day“ und die Aktion „Neue Wege für Jungs“ sollen den jungen Menschen frühzeitig die Chance bieten, Arbeitswelt und Berufe live kennen zu lernen, erklärt Gabriele Linnenweber. Ziel sei außerdem, auf die vielseitigen Fähigkeiten und Stärken der Mädchen und Jungen aufmerksam zu machen, ihr Berufswahlspektrum um für sie untypische Genres zu erweiten und ihnen damit weitreichende Perspektiven zu ermöglichen, sagt Linnenwebers Kollegin Gabriele Lenz.
71,6 Prozent der Ausbildungsverträge von Mädchen und jungen Frauen, so Linnenweber, würden in den 20 am häufigsten von Frauen besetzten Ausbildungsberufen abgeschlossen. Dabei sähen sich viele Unternehmen bereits heute von einem Fachkräftemangel bedroht, gerade in Bereichen, die stark von Männern dominiert sind. „Die demographische Entwicklung wird zu einem Nachwuchsmangel in den Bereichen Ingenieurwesen, Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik führen“, sagt Linnenweber. Deswegen würden Frauen hier dringend gebraucht, stellt sie fest. „Ich gehe davon aus dass sich die Unternehmen aufgrund des Fachkräftemangels auch jungen Frauen nicht verschließen können. Sie müssen sich aber auch so präsentieren dass die Frauen das Gefühl haben, willkommen zu sein.“
