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Überlingen Ruderer Zacharopoulos: Der Perfektionist hört auf

10.02.2012


„Es würde einen schönen Abschluss meiner leistungssportlichen Laufbahn bilden“ – Leon Zacharopoulos ist erneut für die Wahl zum Sportler des Jahres nominiert. Nach dem Ende seiner Karriere im Herbst letzten Jahres, möchte der Ruderer das Kapitel gerne mit dem Titel „Sportler des Jahres“ schließen.

Der 18-Jährige geht in die zwölfte Klasse der Waldorfschule in Überlingen, macht im kommenden Schuljahr sein Abitur und möchte sich bis dahin voll und ganz darauf konzentrieren. Als Deutscher Meister im Sprint-Junioren-Doppelzweier und Weltmeisterschaftsteilnehmer in London beendete Zacharopoulos letztes Jahr seine sechsjährige Ruderkarriere. Mit zwölf Jahren begann er beim Ruderclub Bodan. Schnell wurde seinen Trainern klar, der Junge hat Talent. „Ich hatte das Glück, dass der Ruderclub mehr Breitensportler hatte und so eine intensivere Förderung meiner Person möglich war“, blickt Zacharopoulos auf die letzten Jahre zurück. Der Ruderclub hat ein Spendenkonto. Das Geld wird zur Förderung der Leistungssportler verwendet. Je weniger Leistungssportler in dem Verein aktiv sind, desto mehr Mittel sind für jeden Einzelnen vorhanden. Damit werden unter anderem die Teilnahmen an Regatten finanziert.

Der Rudersport ist sehr teuer. Die Boote kosten von 7000 bis 36 000 Euro, werden jedoch vom Verein gestellt. „Bei Regatten musste ich meistens nur einen geringen Selbstanteil bezahlen und das größte Glück des Ruderclubs ist, dass mein Trainer Bernd Kuhn ehrenamtlich trainiert“, sagt der junge Sportler. Mit Kuhn zusammen trainiert Zacharopoulos seit dem Ende seiner Laufbahn immer wieder den Nachwuchs.

Das bevorstehende Abitur ist jedoch nicht der Hauptgrund für das Ruder-Ass aus Überlingen, seine erfolgreiche Karriere im jungen Alter von 18 Jahren zu beenden. „Ich wäre jetzt von den Junioren in die Altersklasse U-23 gekommen. Das Problem ist, dass es in Baden-Württemberg nicht wirklich einen Ruderpartner auf meinem sportlichen Niveau gibt“, erklärt Zacharopoulos, „und dadurch wäre ich über unser Bundesland hinaus stets auf der Suche nach einem Partner gewesen. Das wäre sehr anstrengend und zeitintensiv geworden.“ Zumal Zacharopoulos ohnehin nie eine berufliche Karriere als Ruderer angestrebt hat, wie er offen gesteht. Und für den Überlinger war es deshalb im vergangenen Herbst der richtige Zeitpunkt, sich nicht mehr zwischen acht und 14 Mal in der Woche beim Training zu quälen. „Durch den Altersklassenwechsel wäre ich wohl die nächsten ein bis zwei Jahre nur hinterher gefahren. Und das ist dann auch eine Frage der Motivation und dessen, was der intensive Trainingsaufwand einem dann wert ist“, nennt Zacharopoulos einen weiteren wichtigen Grund für seine Entscheidung.

Die Erklärung, warum der 18-Jährige die großen Bedenken hat, was seine Leistungsfähigkeit betrifft, liefert er gleich mit: „Ich war in meiner gesamten Zeit immer zu schwach und zu klein – körperlich immer unterlegen. Das würde nun noch deutlicher werden.“ Die Stärke von Zacharopoulos war schon immer die Technik. Und genau diese, war von Beginn an das, was ihn bis heute so fasziniert an seinem Sport. Zacharopoulos: „Irgendwann zu spüren, dass der rhythmische Bewegungsablauf von der Zehenspitze bis in den kleinen Finger in diesem Moment endlich perfekt ist, das ist ein geiles Gefühl.“ Der Ruderer war in technischer Hinsicht immer ein Perfektionist. Und mit seiner Perfektion machte er die ein oder andere körperliche Schwäche wett. Und nicht nur das: Leon Zacharopoulos beweißt erneut, dass er ein Perfektionist ist und hat persönlich erkannt, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt ist, seine Karriere zu beenden. Und diesen würde er gerne mit der Wahl zum Sportler des Jahres krönen.

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