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Überlingen Preisträgerkonzert: Überlingen hat die Super-Trompeter

Das Preisträgerkonzert von Stadt und Rotary-Club ist der Abschluss des Internationalen Bodensee-Musikwettbewerbs. Dieses Jahr stand die Trompete im Mittelpunkt.

"Überlingen sucht den Super-Trompeter" – auf diese Überschrift in der SÜDKURIER-Lokalausgabe vom 8. Juni antwortete der derzeitige Präsident des Rotary-Clubs Überlingen, Thomas Freitag, lapidar: "Jetzt haben wir ihn, und nicht nur einen, sondern gleich mehrere." Er sagte dies in seinem Grußwort zum Auftakt des Preisträgerkonzerts als Abschluss des Internationalen Bodensee-Musikwettbewerbs 2017, der von der Stadt Überlingen in Kooperation mit dem Rotary-Club Überlingen alle zwei Jahre ausgeschrieben wird, dem gespannten Publikum im vollen Kursaal.

Von 19 Angemeldeten zum diesjährigen Wettbewerbsinstrument Trompete nahmen 18 Studenten aus neun deutschsprachigen Musikhochschulen teilgenommen. Eine hochkarätige Jury aus kompetenten Fachleuten – Wolfgang Bauer (Musikhochschule Stuttgart), Wolfgang Guggenberger (Trossingen), Frits Damrow (Zürich) und dem Überlinger Musiker und Dirigenten Georg Mais als Künstlerischem Leiter des Wettbewerbs – beurteilte die Musikvorträge der Kandidaten. Sieben von ihnen schafften es in die zweite Runde, und von diesen wieder durften nach dieser Runde vier einen Preis in Empfang nehmen: Sebastian Berner aus dem Raum Stuttgart den ersten, Maximilian Sutter aus Aalen den zweiten, José Pedro Perreira aus Porto in Portugal den dritten und Martin Dajka aus Debrecen (Ungarn) den vierten Preis.

Die vier Preise sind gestiftet vom mit veranstaltenden Rotary-Club Überlingen (3000 Euro), von der Südwestdeutschen Mozart-Gesellschaft in Überlingen (je 1500 Euro und 1000 Euro) sowie von Jürgen Wilde (750 Euro). Dem Publikum blieb beim Konzert noch die Aufgabe, den nach ihm benannten Publikumspreis mit einem Preisgeld von 750 Euro, gestiftet von der Klinik Buchinger/Wilhelmi, zu vergeben: Hier konnte nochmals der Zweitplatzierte Maximilian Sutter mit seiner Trompete überzeugen.

Oberbürgermeister Jan Zeitler, Rotary-Präsident Thomas Freitag und auch Susanne Wilde verteilten viel Lob und Dank: An "viel Herzblut der Rotarier", an eine "homogene Atmosphäre unter den Kandidaten – freundschaftlich, fürsorglich, unverkrampft" trotz Anspannung. "Sie nahmen es", sagte Zeitler, "sehr ernst." Gedankt wurde "großzügigen Sponsoren und bestem Management in Organisation und Betreuung". Thomas Freitag: "Wir freuen uns, wenn wir für die musikalische Karriere ein klein wenig behilflich sein können."

Wenn auch die Trompete als klassisches Instrument nicht gleich so eintaxiert ist wie ein Streichinstrument: Die Namen der Komponisten verkündeten höchste Qualität mitsamt dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim unter Georg Mais: Giuseppe Torelli (1685-1709) "Sonata D-Dur G1" für Trompete, Streicher und Cembalo in vier Sätzen – mit Andacht, einem Orchester in ganzer Fülle, mit Steigerungen und mit Martin Dajka als Solist. Zusätzlich erklang in Spannung und leicht tänzerischem Takt eine Sonate von Georg Philipp Telemann (1681-1767) mit José Pedro Perreira an der Solo-Trompete.

Die Trompete erklang im viersätzigen "Konzert D-Dur" des gleichen Komponisten im Solo-Trio – José Pedro Perreira, Maximilian Sutter und Martin Dajka: Breit hingezogen, im Frage- und Antwortspiel, im Adagio das Orchester allein mit der Betonung der tiefen Instrumente bis zum marschähnlichen und exakten Miteinander auch im Staccato-/Legato-Wechsel beim "Presto".

Einen freudigen Tomaso Albinoni (1671-1751) ließen Solist Maximilian Sutter und Orchester mit dem "Concerto B-Dur op.7 Nr.3" für Trompete. Streicher und b.c. hören – das Orchester im Zusammenbinden, die Solotrompete betont gespielt. Ein drittes Mal war Telemann mit dem "Konzert D-Dur" (TWV 51 D7) für Trompete, Streicher und b.c. an der Reihe. Diesmal war der Wettbewerbssieger Sebastian Berner solistisch mit der Trompete zu hören: Den hohen Ton der Trompete untermalte fein das Orchester bis zum gemeinsamen Davonhüpfen beider zum Schluss hin. Sebastian Berner und Maximilian Sutter waren gemeinsam Solisten bei Antonio Vivaldis (1678-1741) dreisätzigem "Concerto D-Dur" für zwei Trompeten, Streicher und b.c. Violoncello und Kontrabass mit besonderem Klang im Orchester zu den melodisch schönen Trompeten. Das Konzert war Ausdruck und Ergebnis harmonisch-erfolgreicher Tage beim diesjährigen Internationalen Bodensee-Musikwettbewerb mit der Trompete.

Preisträger

Sebastian Berner (Platz 1), Maximilian Sutter (Platz 2 und Publikumspreis), José Pedro Perreira (Platz 3) und Martin Dajka (Platz 4). Preisübergabe durch: Oberbürgermeister Jan Zeitler, Hans-Peter Wetzel und Elvira Fröhlich, Thomas Freitag, Jürgen Wilde. Das Südwestdeutsche Kammerorchester wurde dirigiert von Georg Mais.

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