Überlingen Podium sorgt für Kurzweil
Die Bezirksversammlung der Landfrauen in der vollbesetzten Luibrechthalle gedieh zu einem kurzweiligen Nachmittag. Bild: Schober
Einen Teil des Erlöses (500 Euro) lasse man demnächst einer schicksalsgeprüften Familie aus Herdwangen, in der Vater und Sohn gleichzeitig an Krebs erkrankt sind, zukommen. In ihrer Vorschau verwies Mock unter anderem auf ein Parlamentariergespräch am 12. März und auf eine Einladung vom Europapark Rust zum „Winterzauber“. Alfred Rock bot den Landfrauen in seinem Grußwort als Vertreter der Raiffeisen-Zentralgenossenschaft für den Sommer eine Schifffahrt über den Bodensee an und ist damit gut angekommen.
Auf weitere Grußworte wurde verzichtet. Dafür hatte Kerstin Mock den Landrat, die Überlinger Oberbürgermeisterin und den Leiter des Landwirtschaftsamtes Bodenseekreis zu einem kleinen Podiumsgespräch überredet, um dabei einen kleinen Blick hinter die Kulissen dieser Ämter zu öffnen, aber auch ein bisschen in die das Innere der drei Amtsträger hineinzuleuchten. Landrat Lothar Wölfle ließ dabei wissen, dass er sich in der Kommunalpolitik sehr wohl fühlt und weder landes- noch bundespolitische Ambitionen hegt. Schließlich biete der Bodenseekreis alles, was man sich träumen könne. Manchmal wundere er sich nur über die Selbstzufriedenheit der Bewohner, die sich mitunter in kategorischem Dagegensein ausdrücke. Beispielhaft verwies er auf den Bürgerentscheid in Salem, der die Ansiedlung der MTU mit 160 Arbeitsplätzen verhindert habe.
Frauen hätte der Landrat gerne mehr im Kreistag. „Aber sie müssten sich eben auch in größerem Maße zur Wahl stellen.“ Dabei betonte Wölfle, dass man in der Kreisverwaltung alles tue, um Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.
Das ist für Überlingens Oberbürgermeisterin Becker immer noch ein großes Problem, vor allem wenn es um herausgehobene Positionen mit hoher Präsenzerwartung wie in ihrem Amt gehe. „Da muss die Gesellschaft noch um einiges umdenken und akzeptieren, dass eine Oberbürgermeisterin, die auch Mutter ist, nicht jeden Sonntag präsent sein kann.“ Dafür sah Becker in den Frauen ein größeres Potenzial an vermittelnden und kommunikativen Eigenschaften als bei den Männern. „In der Bürgermeisterrunde wird mir bestätigt, dass der Ton ruhiger geworden ist, seit ich als Frau mit am Tisch sitze“, erklärte Becker.
Hermann Gabele, der im Oktober vergangenen Jahres die Leitung des Landwirtschaftsamtes übernommen hat, sah seine und die Rolle seiner Mitarbeiter in der Pflicht, ein Dienstleister zu sein. Im Bereich Landwirtschaft seien vielfältige gesellschaftliche Ansprüche zu erfüllen, die von betriebswirtschaftlichen Aspekten bis zur Sorge um eine schöne Landschaft reiche.
Am Ende zeigten die Jugendlichen der Musicalschule Bodensee mit ihren mitreißenden Vorführungen, was an kreativen Talenten nachwächst.
