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Überlingen Nußdorfs Ortsvorsteher träumt vom Wasserpendelbus

Dietram Hoffmann wünscht sich eine Schiffslinie von Nußdorf nach Überlingen. Diese könnte während der LGS als Zubringer für Gäste dienen, die aus dem Osten anreisen. Eine dafür notwendige Stegverlängerung würde zudem langfristig bei Niedrigwasser helfen.

Dietram Hoffmann, Ortsvorsteher von Nußdorf, hat eine Vision: "Einen Schiffspendelverkehr müsste man haben, von Nußdorf nach Überlingen", findet er. Klingt wie ein schöner Traum, ist es auch, aber es steckt noch wesentlich mehr dahinter. Denn Dietram Hoffmann träumt diesen Traum im Zusammenhang mit der definitiv vor der Tür stehenden Landesgartenschau und dem definitiv existenten Programm LGS Plus. "Eigentlich haben wir mit der Landesgartenschau ja nichts zu tun, denn die Landesgartenschau ist die Sanierung vom Stadteingang West", sagt er. "Ich finde das alles aber natürlich trotzdem ganz wunderbar und klasse", macht Dietram Hoffmann seine Haltung deutlich. Und auch wenn es sich um eine Sanierung des Stadteingangs West handle, gebe es doch auch von Osten her genügend anreisende Gäste.

Dietram Hoffmann, Ortsvorsteher des Überlinger Teilorts Nußdorf, träumt von einer Stegverlängerung und einem Shuttleservice von Nußdorf nach Überlingen auf dem Wasserweg. Bild: Eva-Maria Bast
Dietram Hoffmann, Ortsvorsteher des Überlinger Teilorts Nußdorf, träumt von einer Stegverlängerung und einem Shuttleservice von Nußdorf nach Überlingen auf dem Wasserweg. Bild: Eva-Maria Bast

Und die könnten in Nußdorf auf einem großen (noch einzurichtenden) Parkplatz abgefangen und von dort aus mit dem Schiff nach Überlingen gefahren werden, so Hoffmanns Vision. Er sagt: "Dieser Shuttleservice könnte auch eine langfristige Verbesserung für Nussdorf bedeuten, denn um einen Shuttleservice einzurichten, müsste der Landungssteg verlängert werden." Hoffmann weiter: "Dann könnten auch bei Tiefwasserstand die Schiffe anlegen." Im Sommer habe man in Nußdorf nämlich häufig das Problem, dass aufgrund des Tiefwasserstands manchmal wochenlang keine Schiffe anlegen könnten. Mit einem längeren Steg wäre dieses Problem gelöst.

Möglichkeiten für einen Parkplatz sieht Dietram Hoffmann unter der Ausfahrt aus der B 31 auf der Wiese. Oder im Bereich Altbirnau: "Um die Sportplätze herum gibt es viel Fläche", sagt er.

Doch so einfach sind die wenigsten Träume zu erreichen. Vom Traum zur Realisierung ist es ein weiter Weg und so toll Hoffmann das Programm LGS Plus auch findet, zweifelt er daran, "dass das für diese Idee das Richtige ist. Bei dem Programm LGS Plus muss die Ortschaft die Hälfte der Kosten stellen, die andere Hälfte übernimmt die Stadt, wenn sie das Projekt für förderungsfähig hält." Nussdorf habe aber so gut wie keinen Etat. "Das heißt, wir müssten alles über Spenden organisieren oder über Eigenleistung. Aber gespendet wurde seitens der Bürgerschaft schon so viel und bei der Stegidee können wir relativ wenig Eigenleistung bringen."

Die zweite große Hürde sei die wasserrechtliche Seite, die Unterwasserarchäologie habe mitzureden, weil sich im Bereich des Stegs uralte Pfahlbauten (siehe Kasten) befinden. Hoffmann hat allerdings schon Kontakt zu den Verantwortlichen aufgenommen. "Ihnen ist wichtig, dass wir das Gespräch mit ihnen suchen und sie einbeziehen, wenn wir konkret planen", sagt er. "Das würden wir dann natürlich tun." In den folgenden Wochen und Monaten will Dietram Hoffmann das Thema weiter verfolgen, thematisieren, bewegen und durchdenken. Und wie wird die Idee seitens der Stadt aufgenommen? Stünde man dem Vorhaben offen gegenüber? Die antwortet auf Presseanfrage kurz und bündig: "Bisher ist unseres Wissens von der Ortschaft Nußdorf kein entsprechender Antrag für das LGS-Plus-Programm eingegangen. Diesem wird gerne entgegen gesehen."

Pfahlbauten in Nußdorf

Die Pfahlbauten im Ortsteil Nußdorf sind alt: Dendrochronologische Analysen haben ergeben, dass die Nußdorfer Pfahlbauten 3919 v. Chr. erbaut wurden. Insgesamt gibt es drei Pfahlbaustationen: Beim Landungssteg, beim Strandbad und bei der Konstantinhalde. In den 1860er Jahren begannen Grabungen an den Pfahlbauten, damals wurde aber wahrscheinlich einiges zerstört oder gar entwendet, heute kümmert sich das Landesamt für Denkmalschutz Stuttgart um die Pfahlbauten und deren Erschließung. (md)

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