Überlingen/Kapstadt Neuer Diehl-Flugkörper hebt erfolgreich ab
30.10.2009
Überlingen/Kapstadt (mba) Während bei Diehl in Überlingen an der alten Nußdorfer Straße die Fertigungshalle entsteht, in der das Luftverteidigungssystem „IRIS-T SL“ künftig endmontiert werden soll, absolvierte der Lenkflugkörper auf einem Testgelände in Südafrika seinen erfolgreichen Erstflug. Bei dem Probeschuss, der bereits am 9. Oktober auf der „Overberg Test Range“ rund 200 Kilometer östlich von Kapstadt erfolgte, seien sämtliche Versuchsziele erreicht worden, teilte „Diehl BGT Defence“ jetzt mit. Als Beobachter seien auf dem militärischen Testgelände und Raketenstartplatz im Distrikt Overberg an der Südküste von Südafrika auch „Vertreter des nationalen Auftraggebers“ anwesend gewesen, heißt es der Pressemitteilung weiter, also Fachleute aus Bundeswehr beziehungsweise vom „Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung“ (BWB).
Als „Versuchsziele“, die bei diesem Erststart der Weiterentwicklung des Luft-Luft-Lenkflugkörpers IRIS-T (siehe Infokasten) voll erfüllt werden konnten, nennt Diehl den sicheren Start des Flugkörpers von einem Trägerfahrzeug aus, den Nachweis der flugmechanischen und aerodynamischen Eigenschaften, die Leistungsfähigkeit des neu entwickelten Raketenmotors sowie das kontrollierte Öffnen der aerodynamischen Haube des Startcontainers.
Das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und das in Überlingen beheimatete Flugkörper-Systemhaus, wie Diehl BGT Defence sich selbst nennt, hatten im Mai 2007 in Koblenz den Vertrag zur Entwicklung der IRIS-T SL unterschrieben. Sie soll Teil des künftigen taktischen Luftverteidigungssystems „MEADS“ werden, das vorbehaltlich der endgültigen positiven Entscheidung des Bundestages ab 2012 ältere Flugabwehrsysteme ersetzen wird. Dabei wäre IRIS-T SL der sogenannte „Zweitflugkörper“, ergänzend zur US-amerikanischen „Patriot PAC-3“.
Diehl bietet eigenem Bekunden nach auf der Basis von IRIS-T SL und verschiedenen Radarsystemen Gesamtsysteme für die moderne Luftverteidigung an. Die von einer selbstfahrenden Lafette aus abgefeuerte Abwehrwaffe kann gegen Flugzeuge, Hubschrauber oder gegnerische Flugkörper eingesetzt werden.
Gut zwei Wochen vor dem erfolgreichen Test, über den Diehl nun informierte, war auf dem Firmengelände in Überlingen der Grundstein für die 600 Quadratmeter große Fertigungshalle gelegt worden, in der künftig die Endmontage des Waffensystems erfolgen soll. Die Inbetriebnahme des Neubaus ist für Juni 2010 vorgesehen.
