Nach dem Tauchunfall am Samstag im Bodensee vor Überlingen ermittelt die Wasserschutzpolizei gegen die Tauchschule. Das 34-jährige Opfer ist inzwischen auf dem Weg der Besserung, erklärte ein Wapo-Sprecher.
„Ja, es laufen Ermittlungen in diese Richtung“, bestätigte ein Sprecher der Wasserschutzpolizei Überlingen, dass nach dem Tauchunfall, der sich am vergangenen Samstag im Bodensee vor Überlingen ereignete, die Frage geklärt wird, ob die Mitarbeiter der Tauchschule Fehler gemacht haben.
Ein Tauchlehrer und ein Tauchlehrer-Assistent waren am Samstag um die Mittagszeit mit je einem Schüler in Zweiergruppen abgestiegen, in 31 Metern Tiefe bekam dann ein 34-Jähriger Probleme. Daraufhin habe der Tauchlehrer-Assistent ihn „alleine schnell nach oben aufsteigen lassen“, hatte die Wasserschutzpolizei bereits am Wochenende gemeldet. „So etwas macht man normalerweise nicht“, war jetzt aus dem Überlinger Wapo-Revier auf SÜDKURIER-Anfrage zu hören, es sei „keine gute Praxis“, einen in Schwierigkeiten geratenen Tauchschüler alleine aufsteigen zu lassen. Schließlich sei bei Ausbildungstauchgängen ein Tauchlehrer dabei, damit der Schüler in Extremsituationen nie alleine sei. „Der Lehrer muss eigentlich von Anfang bis Ende beim Schüler sein“, heißt es von der Wapo weiter.
Der Tauchschüler, der mit dem Rettungshubschrauber in das Druckkammer-Centrum nach Stuttgart geflogen worden war, ist laut Wasserschutzpolizei auf dem Wege der Besserung. Nach dem wegen des zu schnellen Aufstiegs aus 31 Metern Tiefe keine geregelte Dekompression erfolgt war, hatte sich der Gesundheitszustand des Opfers verschlechtert. Und die im Überlinger Helios-Spital vorhandene Druckkammer stand nicht zur Verfügung. „Das ist üblich, dass irgendwann eine Revision stattfindet, ein völlig normaler Vorgang“, widersprach der Wapo-Sprecher diesbezüglich aufkeimende öffentliche Kritik. „Es war auch bekannt, dass die Kammer nicht zur Verfügung steht.“ (mba)
Tauchunfall: Opfer muss nach Stuttgart gebracht werden