+5°
+1°
+5°
+2°
Text: 
 

Überlingen

Mehr Raum für neue Aufgaben

[0]

Ein neues Angebot für Jugendliche, die Begleitung und Hilfe benötigen, will die „Lindenwiese“ bei Bambergen anbieten, wo die freikirchliche Täufergemeinde und das evangelische Freizeitheim zusammen wirken. Dazu soll das bestehende Gästehaus aufgestockt werden. Vor der Zustimmung verlangt die Stadt jedoch ein Gesamtkonzept für die künftige Entwicklung des Areals.

Der Anbau des großen Gemeindesaals der Lindenwiese (rechts) wurde im Mai 2005 fertig gestellt. Das Gästehaus (links) soll nun aufgestockt werden, um Räume für Jugendliche in Problemsituationen zu bieten.
Walter

Überlingen – Die Lage der Lindenwiese in der freien Landschaft ist ebenso ideal für die Freizeitangebote wie sensibel hinsichtlich einer weiteren baulichen Entwicklung, für die es keine rechtlichen Festsetzungen gibt. Seit der Gründung der Einrichtung im Jahr 1972 und bis zur letzten Erweiterung durch einen großen Gemeindesaal im Jahr 2005 ist das Ensemble auf eine ansehnliche Zahl von Gebäuden angewachsen. Doch wer es aus der Vogelperspektive betrachtet, erkennt eine kompakte Anordnung, die nicht in die umgebende Natur hinein ausfranst. „Das wollen wir ja zuletzt“, sagt Gerhard Plessing, der viele Jahre in Verein und Gemeindeleitung verantwortliche Positionen innehatte.

Nun soll das Gästehaus aus den Anfangsjahren aufgestockt werden, um Raum für neue Aufgaben zu haben. Der Bauausschuss hatte keine grundsätzlichen Einwände, trat aber noch einmal kurz auf die Bremse und wünschte sich ein Gesamtkonzept mit Optionen für eine weitere Entwicklung. Daran arbeitet der Verein mit seinen Planern noch.

Vorgesehen ist aktuell eine dritte Etage auf dem Gästehaus mit einem Pultdach, das spiegelsymmetrisch zu jenem des Gemeindesaals zur Mitte hin ansteigt. Bei der Beratung im Ausschuss war als Alternative zu der Erhöhung des Gebäudes eine Überbauung des Parkplatzes über den Stellplätzen als Anregung ins Gespräch gebracht worden. In einer der nächsten Sitzungen soll der Antrag samt Gesamtplanung noch einmal beraten werden.

 

Der Anstoß zu der neuen Initiative war aus dem eigenen kirchlichen Umfeld gekommen, wie Gerhard Plessing betont. „Wir haben gesehen, dass es hier einen Bedarf gibt und vereinzelt auch schon junge Menschen begleitet“, sagt er. Als Zielgruppe nennt er Jugendliche, die Probleme mit der eigenen Familie haben und auf sich allein gestellt „weiter abrutschen“ könnten. Mit einer lockeren Begleitung könne man sie gegebenenfalls wieder stabilisieren und zur Selbstständigkeit bringen. „Sie können durchaus zur Schule gehen oder einen Beruf ausüben“, erklärt Plessing: „Die Betreuung beschränkt sich dann auf die Freizeit.“

Der Impuls komme aus dem christlichen Menschenbild der Freikirche. „Die Einrichtung war schon immer konzipiert, um Menschen zu helfen und um ihnen die Liebe Gottes näher zu bringen“, sagt Plessing. Betreuer mit sozialpädagogischer Erfahrung gebe es im Kreis der Mitglieder. Die Einrichtung kann das Angebot nur auf Spendenbasis finanzieren.

Wie groß der Bedarf ist, muss sich noch zeigen. Falls das Konzept nicht erfolgreich sei, sagt Plessing, könnten die separaten Räume auf der neuen Etage auch dem allgemeinen Gästehaus zugeschlagen werden, dessen Belegung in den vergangenen Jahren sukzessive zugenommen hat. Nicht nur kirchliche Gruppen und Schulklassen schätzen das naturnahe Umfeld der Lindenwiese und die gute Infrastruktur der Einrichtung. Auch große Betriebe nutzen das Angebot, wie zum Beispiel Aesculap aus Tuttlingen, das Fortbildungswochen für seine Auszubildenden dort veranstaltet.

Weitere Artikel zu:

KOMMENTARE []
Kommentare entsprechen nicht der Meinung der Redaktion von suedkurier.de – sollten Sie durch den Inhalt einzelner Kommentare Ihre Rechte verletzt sehen, dann wenden Sie sich bitte an den Community Manager.

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein.