An der Mariensäule aus Sandstein sei jedoch schon erheblich „restauriert, geflickt und gemurkst“ worden. Hier fühlen sich Algen, Flechten, Moose wohl, es gibt Kalkausblühungen, Risse, absandende Stellen und Defekte alter Reparaturanträge. Die Sporen im Stein müssten abgetötet werden, da sonst wieder Moose und Algen die Oberhand gewinnen. Die Risse könnten ausgespritzt und mit Edelstahlklammern zusammengehalten werden. „Man kann Einiges retten“, war Wiest zuversichtlich.
Im Brunnenbecken könne eine Dichtschlemme den Beton vor Feuchtigkeit schützen; der Beton nehme dann nichts mehr „Flüssiges“ auf und könne bei Frost nicht mehr springen. In Meersburg habe man die Brunnen in der Unterstadt mit Schlemme in Sandsteinoptik überzogen. „Für den Laien sieht es wie Sandstein aus“, erklärte Wiest. Werde nur das Nötigste gemacht, müsse man mit Kosten von rund 5000 Euro rechnen. Allerdings ist in diesen Betrag das Umfeld noch nicht mit einberechnet.
Verwaltungsratsmitglied Jörg Bohm regte an, sich Gedanken über das Ausmaß der Sanierung zu machen und welchen Anteil der VVÜ übernehmen solle; er wolle als VVÜ grundsätzlich nicht die Aufgaben der Stadtverwaltung ablösen. Thomas Vogler sah das Projekt direkt verknüpft mit dem Umfeld: „Da gehört auch die technische Seite wie Wasserzufuhr mit untersucht und geklärt, was die Stadtverwaltung überhaupt mit dem Platz vorhat. “ Anneliese Gaiser ergänzte diesen Aspekt und meinte: „Gerade auch im Hinblick auf die Landesgartenschau.“
Der Verwaltungsrat beschloss, dem Vorschlag Jörg Bohms zu folgen, ein Konzept zu erstellen und dieses in neuer Runde zu diskutieren. Doch obwohl die Überlinger sehr um ihre Stadt bemüht sind, werde sich eine finanzielle Beteiligung der Öffentlichkeit wie beim Neustadtbrunnen nicht wiederholen lassen, meinte Jörg Bohm.
