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Überlingen Kutschfahrt soll Zeichen setzen

12.07.2008
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Am Sonntag, 20. Juli, starten Maria und Markus Schlegel um 15 Uhr vom Überlinger Landungsplatz aus mit einer zweispännigen Pferdekutsche zu einer 15-monatigen Tour quer durch Europa. Das wird aber keine Vergnügungsreise: Das Heiligenberger Ehepaar möchte mit dieser Aktion ein öffentliches Zeichen gegen die Ausbreitung von gentechnisch behandeltem Saatgut in der Landwirtschaft setzen.

Überlingen (as) Gestern stellte das Ehepaar sein Projekt im Überlinger Rathaus vor. Maria (30) und Markus Schlegel (32) - sie bis vor kurzem noch Masseurin in der Überlinger Buchinger-Klinik und er Bootsbauer von Beruf - wollen etwas dagegen tun, dass sich gentechnisch veränderte Lebensmittel ungehemmt weiter ausbreiten. Mit ihrer Aktion wollen sie aber auch einen Beitrag dazu leisten, dass die Landwirtschaft durch gentechnisch verändertes Saatgut eines Tages völlig in die Abhängigkeit der großen Saatgutkonzerne geraten. Das habe vor allem in unterentwickelten Ländern katastrophale Folgen für die dortigen Menschen, betont Maria Schlegel. Sie ist aber nicht nur Idealistin, sondern auch Realistin, wenn sie sagt: "Ich weiß, man kann etwas, was in Gang gekommen ist, nicht zurückschrauben - aber stoppen."

Dafür wollen die beiden auf ihrer zwischen 8000 und 10000 Kilometer langen Reise quer durch Europa mit einer Reihe von Aktionen an Schulen, Universitäten und auf Märkten werben. In Brüssel sei im Juli nächsten Jahres eine Sternfahrt verschiedener Organisationen vorgesehen, erklärte Markus Schlegel gestern.

Dass sie mit ihrer eigens für ihr Projekt angefertigten Kutsche Aufmerksamkeit in der Bevölkerung und bei den Menschen Interesse für ihr Anliegen finden, wissen die beiden von der Bodensee-Rundfahrt, die sie kürzlich sozusagen als Test-Prolog für ihre lange Reise unternommen haben. Bei der Finanzierung ihres Projekts stützt sich das Heiligenberger Ehepaar ganz auf die Hilfe von Sponsoren. Die Hälfte ihres mit 65000 Euro veranschlagten Budgets ist gesichert. Oberbürgermeister Volkmar Weber begrüßte gestern die geplante Aktion und verwies darauf, dass sich die Stadt Überlingen schon 2004 zur gentechnikfreien Zone erklärt habe.

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