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Überlingen Kneipp-Tretbecken in Betrieb genommen

Ein neues Kneippbecken ist beim Badehaus offiziell in Betrieb genommen worden.

„Es gibt in Überlingen ein neues Kneippbecken. Das finden wir alle ganz, ganz toll.“ Groß war die Freude bei Heidi Thies, Vorsitzende des Kneipp-Vereins Überlingen und Umgebung, als beim Badehaus nahe des ehemaligen Haus des Gastes, das heute Sitz der Geschäftsstelle der Landesgartenschau Überlingen 2020 GmbH ist, ein neues Kneippbecken offiziell in Betrieb genommen wurde. Es gilt als Ersatz für das frühere öffentlich zugängliche Becken weiter westlich, das im Zuge der Erweiterung des Saunagartens der Bodensee-Therme 2014 entfernt worden war. Federführend für den Bau war die Abteilung Grünflächen, Umwelt und Forst der Stadtverwaltung verantwortlich. An den Kosten von rund 55 000 Euro beteiligen sich die Stadtwerke Überlingen (Swü) als Rechtsnachfolger der Sport- und Freizeitanlagen Überlingen (SFA) mit 25 000 Euro.

Entstanden ist ein funktionales, modernes in den Boden eingelassenes Betonbecken, das von alten Bäumen, Sträuchern und Staudenpflanzen umgeben ist. Über Treppenstufen gelangen die Kneippianer bequem in das Tretbecken. An einem Handlauf entlang können sie in der Mitte des Beckens schreiten. Neben dem Becken können sich die Wassertreter auf einem Betonsitzelement mit Holzdeck niederlassen. Vorhanden ist auch ein Armkneippbecken mit kaltem Wasser.

Thies sagte, dass die Kneipp-Bewegung in den zurückliegenden Jahren an Bedeutung gewonnen habe, man sei Partner von vielen Gesundheitseinrichtungen geworden und die wissenschaftliche Evidenz des Kneippens sei bewiesen. „Dafür haben wir viel Anerkennung erhalten. "Das Kneippen ist immer stärker in der Gesellschaft verankert und zum Kult geworden“, unterstrich Thies. Sie sagte weiter, dass Kneippen als „traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps“ von der Unesco als „Immaterielles Weltkulturerbe“ geadelt worden sei. Die entsprechende Kneipp-Infrastruktur und medizinisch-therapeutischen Angebote der Betriebe sind in Überlingen laut Thies vorhanden. In Bezug auf ein Gutachten 2014, demzufolge Überlingen die Voraussetzungen für das Prädikat „Kneippheilbad“ nicht erfülle, sagte Thies: "Die Luftqualität ist das wichtigste Thema, an dem immer weiter gearbeitet werden muss." Ihr Dank galt KuT-Geschäftsführer Jürgen Jankowiak, der sich vehement für das neue Becken eingesetzt habe.

OB-Stellvertreter Robert Dreher hoffte, dass die Anlage zweckbestimmt ohne großen Vandalismus genutzt werden wird. Auch er habe den Eindruck, dass sich das Kneipp-Bewusstsein in den zurückliegenden Jahren verstärkt habe und kündigte an, dass eine weitere öffentlich zugängliche Kneipp-Einrichtung im zukünftigen Bürgerpark entstehen könne.

Offiziell in Betrieb genommen wurde das neue Becken von Kindern des städtischen Kindergartens St. Angelus unter Leitung von Andrea Rulle, die passend zum (für sie noch nicht zu praktizierenden) Storchengang ein Storchenlied zum Besten gaben, bevor unter der Leitung von Renate Rösler und Barbara Dütting-Epinatjeff Wasser treten und Fußgymnastik für alle angesagt war.

Übrigens: Der Einstieg in das neue Becken kostet keinen Eintritt, allenfalls ein wenig Überwindung, denn das Wasser ist rund sieben Grad kalt.


Kneipp-Tretbecken

Im Premium-Kneippheilbad Überlingen lassen sich jetzt wieder drei öffentliche Kneipp-Tretbecken nutzen. Neben dem neuen Becken gibt es eines in den Stadtparkanlagen „Auf dem Stein“ und am Bodenseeufer vor dem Kurhotel „Seehof“ bei den Tennisplätzen. Das kleine Becken in der Bodensee-Therme ist den Thermebesuchern vorbehalten. Ein weiteres öffentliches, in den Fels eingearbeitetes Kneippbecken nahe des Rosengartens war bereits 2013 aus Sicherheitsgründen gesperrt worden und ist mittlerweile zugemauert. Im Rahmen der Landesgartenschau könnte ein neues Kneipp-Tretbecken im Bürgerpark entstehen. (hk)

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