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Überlingen Jetzt fehlt noch der Anschluss an die B 31

13.09.2012
Überlingen -  Fortschritte auf der Entlastungsstraße, aber noch keine echte Entlastung für Nußdorf.

Mehrfachschnitt zur Straßenfreigabe: An den Scheren waren (von links) Baubürgermeister Ralf Brettin, Nußdorfs Ortsvorsteher Günter Hornstein, Oberbürgermeisterin Sabine Becker, Walter Meißner (RP Tübingen), der städtische Projektleiter Christian Stüble, Planer Jürgen Pietsch (Radolfzell) und Rainer Gollin (RP Tübingen), dessen Referat für Finanzierung und Zuschüsse zuständig ist.  Bild: Walter

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Freie Fahrt gibt es seit gestern auf dem neuen Bauabschnitt der Entlastungsstraße für Nußdorf in Richtung Rengoldshausen. Eine echte Entlastung für den Teilort vom Durchgangsverkehr wird allerdings erst kommen, wenn der neue Anschluss an die B 31 realisiert sein wird. Das wird wenigstens noch drei bis vier Jahre dauern. „Jetzt fehlt noch der Lückenschluss zur B 31 durch das Land“, sagte Oberbürgermeisterin Sabine Becker bei der Freigabe gestern. Auch deshalb sei die Stadt in Vorleistung und „ins Risiko“ gegangen, damit „das Land den Druck spürt“. Noch nicht ganz fertiggestellt ist die Fußgänger- und Fahrradbrücke, hier fehlen noch der letzte Belag und das Geländer.

Rund 620 Meter neue Straße wurden für diesen Abschnitt gebaut, zusätzlich 300 Meter Anschlüsse. Mit 2,4 Millionen Euro schlägt diese Etappe zu Buche, insgesamt kostet die Entlastungsstraße mit allen vier Abschnitten rund 5,6 Millionen Euro. Zur Schere greifen durfte auch Rainer Gollin vom Regierungspräsidium Tübingen, dessen Referat 42 für die Finanzierung und die Zuschussvergabe verantwortlich zeichnet. Zwischen 70 und 80 Prozent der bisherigen Kosten machte diese Förderung aus. Die ersten beiden Abschnitte, der Bau des Kreisverkehrs an der Alten Nußdorfer Straße und der Radweg aus Richtung Rengoldshausen waren nach dem alten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) noch mit 80 Prozent bezuschusst worden, die jüngste Maßnahme noch mit 70 Prozent der 2,4 Millionen Euro.

Walter Meißner und Franz Feil vom Referat 44 sind mit der Planung des neuen Anschlusses an die B 31 befasst und hatten den Anlass zu einer Besprechung mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung und Vertretern des Nußdorfer Ortschaftsrats genutzt. Sie warten auf die Entscheidung der Stadt, welche Qualität der derzeitige Nußdorfer Anschluss künftig noch haben soll. „Je größer die Entlastung am Ende für Nußdorf sein wird“, sagt Ortsvorsteher Günter Hornstein, „desto dringlicher kann die Umsetzung des letzten Bauschnitts behandelt werden.“

Den derzeitigen Anschluss weiter ganz offen zu lassen, erscheint daher ebenso unrealistisch wie ihn ganz zu schließen. Es wird wohl auf die Frage hinauslaufen, ob lediglich der öffentliche Busverkehr die Abfahrt dann noch nutzen darf oder ob sie – außer dem Schwerlastverkehr – auch noch den Autos, gegebenenfalls mit Anliegerregelung, zur Verfügung steht. Bei einer Bürgerversammlung am 16. Oktober sollen in Nußdorf noch einmal alle Varianten vorgestellt und mit ihren Konsequenzen diskutiert werden. Auch die Geschäfte des Nußdorfer Einkaufszentrums Bommer werden sich dabei ein Wort mitreden wollen. Seit zwei Jahrzehnten haben die Bürger Nußdorfs eine Entlastung vom Durchgangsverkehr gefordert, die der neue Anschluss bringen soll. Die Geschäfte befürchten dadurch Einbußen an Kunden.

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