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31.03.2012  |  von  |  0 Kommentare

Überlingen Heidenhöhlen ziehen magisch an

Überlingen -  Vernissage stößt auf gewaltige Resonanz

Die Vernissage der Ausstellung „Das Geheimnis der Heidenhöhlen“ fand aus Platzgründen im Kursaal statt – in weiser Voraussicht: Die rund 600 interessierten Gäste hätten bei weitem nicht ins Museum gepasst.  Bild: Floetemeyer

Der Konstanzer Historiker Franz Hofmann, Gastkurator der Ausstellung.



Auf überwältigendes Interesse ist die Eröffnung der Ausstellung „Das Geheimnis der Heidenhöhlen“ gestoßen, die aus Platzgründen im Kursaal und nicht im Museum stattfand: Rund 600 Gäste füllten auch den letzen Platz. Und im Anschluss verkauften sich 224 Exemplare des Katalogs von Gastkurator Franz Hofmann. „Das ist Rekord“, freut sich Kulturamtsleiter Michael Brunner.

Was also ist das Geheimnis der Heidenhöhlen und ihrer Anziehungskraft? Letztere ergibt sich sicher aus dem lokalhistorischen Bezug, aus den Kindheitserinnerungen vieler Überlinger, wie der begleitende Kurzfilm von Reiner Jäckle zeigte. Jäckle hatte dafür Wolfgang Wörner und Michael Mezger interviewt. Wörner schwärmt von den Räuber-und-Gendarm-Spielen seiner Jugend, Mezger beschreibt fast bildlich greifbar, wie seine Freunde und er dort, an diesem für sie „schönsten Platz“ mit Seeblick, „herumgegeistert“ seien. Die Nachgeborenen hatten diesen zauberhaften Spielplatz nicht mehr, nachdem die Höhlen 1960 endgültig zerstört wurden – aus Gründen der Sicherheit, denn das weiche Molassegestein wies Risse auf. Unverzeihlich aber ist, so Hofmann in seinem Festvortrag, dass man davor keinerlei Dokumentation vornahm. Eine wissenschaftliche Aufarbeitung hatte es erst recht nicht 1846 gegeben, als der westliche Teil der Höhlen gesprengt worden war, um Raum für die neue Uferstraße zu schaffen, aber wenigstens existiert ein Grundrissplan von 1847. Dabei waren die Heidenhöhlen damals schon eine Touristenattraktion, gleichen Ranges wie die Mainau. Es gab deshalb zahlreiche Gegner der Sprengung. Und das Opfer der romantischen Höhlen war umsonst, Überlingen blieb trotz Straße verkehrstechnisch und wirtschaftlich bis zum Bau der Eisenbahn 1895 abgeschnitten.

Der Mythos der Heidenhöhlen aber existiert fort, und so begrüßte Oberbürgermeisterin Sabine Becker viele Gäste, „Forscher und Romantiker“ und jede Menge Leihgeber, darunter Wilderich Graf von und zu Bodman, und Mäzene wie das Ehepaar Hebsacker. Beckers Dank galt auch den Förderern der Ausstellung, der Sparkasse Bodensee, dem Hegau-Geschichtsverein, dem Verein Bürgersinn und der Münchner Tonprodutionsfirma „Giesing Team“. Becker betonte ferner, sie hoffe auf die Realisierung einer Bürger-Kultur-Stiftung in Überlingen, es wäre die Erste ihrer Art im Südwesten.

Alexander Meßmer sprach für die Sparkasse als Hauptsponsor. Er sagte, es sei schön, dass die Stadt sich zur Kultur und zum Museum bekenne, dies sei auch ein Anliegen der Sparkasse. Kulturamtsleiter Brunner entführte die Gäste, nach Hofmanns Fakten, „ins Reich der Legenden und Gerüchte“, die sich um die Heidenhöhlen ranken, etwa 1562 die wundersame Errettung eines Bauern nebst Nachwuchs und Ochsengespann, zugeschrieben der Heiligen Katharina, der die Felsenkirche in den Höhlen geweiht war.

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