Auch sie waren mal klein: Die Rektoren der Überlinger Schulen, Hans Weber (Gymnasium), Karl Hepp (Realschule), Manfred Strasser (Werkrealschule Wiestorschule) und Wolfgang Panzner (Grundschule Burgbergschule und geschäftsführender Schulleiter) können sich noch gut erinnern, wie sie sich gefühlt haben, als sie in der vierten Klasse waren und die Entscheidung anstand, wie ihr weiterer schulischer Bildungsweg aussehen wird.
Wolfgang Panzner hatte selbst den Wunsch, aufs Gymnasium zu gehen und wurde von seinen Eltern unterstützt. Eine Grundschulempfehlung gab es damals nicht, wohl aber eine Aufnahmeprüfung, der er sich stellen musste. „Und dann kam ich in eine große, fremde Schule in einem fremden Umfeld und hatte keinen Einzigen aus meiner alten Klasse neben mir“, erinnert er sich.
Auch für Hans Weber war klar, dass er aufs Gymnasium gehen würde. Doch hinsichtlich der Wahl des Gymnasiums hat er noch eine denkwürdige Szene in Erinnerung: Seine Eltern meldeten ihn an einem naturwissenschaftlichem Gymnasium an, was ihm sehr lag. „Und dann kam die Frage vom damaligen stellvertretenden Schulleiter, wieso meine Eltern mich am größten Gymnasium anmelden, statt an einer anderen Schule mit einem höheren Akademikeranteil an Eltern, wo mein Vater doch promovierter Physiker ist“, blickt Weber zurück und sagt: „Das hat mich völlig irritiert und meine Eltern haben nur den Kopf geschüttelt weil für uns vollkommen klar war, dass das überhaupt keine Rolle spielt, sondern dass es darum geht die Schule zu finden die für das Kind passt.“ Er sei froh dass die Frage, ob die Schule zur vermeintlichen gesellschaftlichen Schicht der Eltern passt, heute nur noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt.
Karl Hepp hingegen „wusste nicht wie mir geschieht“, denn er besuchte eine Volksschule, in der ein Lehrer acht Klassen unterrichtete und fühlte sich dort auch recht wohl. Doch dann fanden der Lehrer und der Pfarrer, dass Karl aufs Gymnasium müsse und überzeugten seine Eltern. Auch Karl Hepp machte und bestand die Aufnahmeprüfung und wechselte aufs Gymnasium. „Das war mehr eine Entscheidung des Lehrers, der dafür gesorgt hat, dass aus unserem kleinen Dörfchen jemand aufs Gymnasium kommt“, sagt er und erklärt rückblickend: „Die einklassige Volksschule habe ich sehr genossen. Der Lehrer war in der Organisation dieser Schule perfekt. Ich habe diese Schule als bereichernd empfunden.“
Und Manfred Strasser? Der hat die Erfahrung einer großen Gemeinschaftsklasse auch gemacht. Er sagt: „Wir waren in den Klassen eins bis vier zusammen. Dann hat die Klassenlehrerin gesagt dass ich aufs Gymnasium gehöre und meine Eltern waren froh.“