Überlingen Grünes Licht für eine Heizzentrale mit Geothermie auf dem neuen Schulcampus

Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat den Bau einer Heizzentrale für den gesamten Schulcampus. Die Kosten liegen bei rund 1,1 Millionen Euro.

Das Projekt geht von der Annahme aus, dass für die Grundlast Erdwärme auf der Basis von Gaswärmepumpen genutzt wird. Die erforderlichen Sonden müssen bis zu 90 Meter in den Boden getrieben werden. Zur Deckung des Spitzenbedarfs sind darüber hinaus zwei Gasbrennwertkessel erforderlich. Andreas Winkler von der Firma Klett Ingenieure GmbH in Fellbach hatte diese Lösung empfohlen. „Diese Empfehlung möchte ich annehmen“, sagte OB Jan Zeitler für die Verwaltung.

Gegen die Entscheidung votierten die fünf Vertreter von LBU/Grünen und Silvia Kruse-Baiker (SPD). An den Informationen kritisierte Stadtrat Ulf Janicke insbesondere, dass die Firma konkrete Berechnungen lediglich für den Vergleich zwischen zentraler und dezentraler Versorgung sowie elektrischen und gasbetriebenen Wärmepumpen vorgelegt hatte. Keine konkrete Zahlen gebe es als Gegenüberstellung für die Nutzung von Solarthermie, monierte der Physiker und widersprach der Aussage Zeitlers, dass dies im Ausschuss ausführlich diskutiert woden sei.

Ingenieur Winkler verwies zum einen auf die spezifischen langfristigen Nutzungsanforderungen, zum anderen auf die umfangreichen Erfahrungen seines Büros hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit. Eine „tolle Sache“ nannte es Winkler, dass die Erdsonden auch für eine Klimatisierung im Sommer geeignet seien. Kühlaggregate seien hier nicht erforderlich. Auch in der Sporthalle sei dies durchaus wünschenswert, betonte Ralph Mittelmeier (FWV/ÜfA) aus seiner Perspektive als Pädagoge. Oswald Burger (SPD) kritisierte an der Beschlussvorlage, dass die Kosten nicht dargestellt seien und die Summe von 1,13 Mio. Euro nur bei der Sporthalle auftauche.

Eine Nutzung der Geothermie sei an diesem Standort „effizient“, bekräftigte Ingenieur Winkler und verwies auf ein aktuelles geologisches Gutachten vom 30. Juni. Lediglich die konkrete „thermal response“ müsse noch im Detail untersucht werden. Danach richte sich am Ende die Zahl der erforderlichen Erdsonden.

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