Mein

Überlingen Gespräch über Sorgen und Nöte von Asylbewerbern

05.02.2011


Vertreter des Juso-Kreisverbands bringen Bücher und Spiele nach Goldbach

Überlingen (hpw) Es ist schon Tradition, dass Vertreter des Kreisverbands der Jusos den Asylbewerbern in Überlingen Anfang des Jahres einen Besuch abstatten und dabei nicht mit leeren Händen kommen. Im Wert von 300 Euro brachten die Nachwuchspolitiker dieses Mal für die Kinder nicht nur Bücher und Spiele mit, sondern auch einige Kleider. Gesammelt haben sie das Geld im Verlauf des vergangenen Jahres bei Sitzungen und Delegiertenkonferenzen des SPD-Kreisverbands. Neben den fünf Juso-Vertretern um den Kreisvorsitzenden Leon Hahn und Mitgliedern des SPD-Ortsvereins war auch der Zweitkandidat der SPD für die Landtagswahl, Adnan Sabah, mit dabei. Der Software-Entwickler und gebürtige Palästinenser hat aufgrund der eigenen Geschichte besonderes Interesse am Schicksal von Asylbewerbern und Migranten und will sich stärker engagieren.

Über lange Zeit seien die Unterkünfte in Goldbach mit viel mehr als 50 Menschen völlig überfüllt gewesen, berichtete Beatrice Mangold, die die Bewohner als Vertreterin des Diakonischen Werks betreut. Inzwischen stehe auch wieder ein Gebäude an der Füllenwaid zur Verfügung. Weitere Asylbewerber sind auch noch immer in der ehemaligen Straßenmeisterei an der Nußdorfer Straße untergebracht.

„Wir bewegen uns hier sicher auf einem sehr schmalen Grat“, weiß Leon Hahn nur zu gut. Eines aber sei für die Jusos nicht hinnehmbar: dass Asylbewerber jahrelang überhaupt keine Antwort bekommen. „Wir fordern mehr Sachbearbeiter für diesen Bereich“, sagt Hahn und nennt das Beispiel eines politischen Flüchtlings aus Serbien, der neun Jahre auf eine Entscheidung über seinen Asylantrag warte. Aufgrund des Arbeitsverbots und der Residenzpflicht im Bodenseekreis hätten die Asylbewerber keinerlei Bewegungsfreiheit. Hahn: „Die Menschen sind praktisch gefangen.“ Hinzu kommt, dass ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgebot, das Sachsen eben abgeschafft hat, schon als kriminelle Handlung gewertet wird. Oft sei es in der Tat schwierig für Richter, über die Stichhaltigkeit der Begründungen für den Asylantrag zu urteilen, räumt Hahn ein. Doch Hängepartien wie die geschilderte seien unzumutbar.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln