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Überlingen Ganzjährig Kultur in Kapuzinerkirche

20.05.2011


Mit einem Bürgerfonds zur Sanierung des Gebäudes und einer gemeinnützigen „Überlinger Bürger-Kultur-Stiftung“ will Jörg Auriga die Kapuzinerkirche in einen ganzjährig nutzbaren und gut ausgestatteten „Kultur-Raum“ verwandeln.
So funktionieren Stiftung und Fonds
Die rechtliche Konstruktion zur Bereitstellung der finanziellen Mittel und zur Sicherung des Betriebs ist komplizierter als bei den ersten beiden Projekten, die er gemeinsam mit Investoren bei den Baudenkmälern Steinhaus/Torkel und Greth zwischen 1996 und 1998 erfolgreich umgesetzt hat.„Da mit Kultur kein Geld verdient werden kann“, erklärte Auriga bei der Vorstellung des Konzepts im Rahmen einer öffentlichen SPD-Mitgliederversammlung, sei hier ein „Hybrid-Modell“ erforderlich.

Während der Bürgerfonds der Greth eine Miete von den Geschäften erwarten kann, soll diese bei einem Non-profit-Betrieb in der Kapuzinerkirche aus den Erträgen der Stiftung kommen. Deren Kapitalstock soll noch einmal mindestens die Höhe des auf 2,1 Millionen Euro kalkulierten Sanierungsaufwands haben, idealerweise allerdings höher sein.

Dass er mit diesem Konzept beim ersten Anlauf in den Jahren 2007/2008 vor allem an Vorbehalten im Gemeinderat gescheitert war, ficht Auriga wenig an. Widerstände seien damals vor allem aus der Partei gekommen, „der ich auch angehöre“, erklärte das CDU-Mitglied, das von der SPD um die Vorstellung gebeten worden war. Dieses Mal ist er zuversichtlicher und verlässt sich auf den „Charme“, den die Zuhörer dem Modell attestierten. Eine Eröffnung des neuen Kulturraums Kapuzinerkirche hielte Auriga schon zum Sommertheaterauftakt 2012 für denkbar. Es wäre dann zugleich eine Hommage an die zehnte Spielzeit in Überlingen.

Sinnvoll möglich sei die rechtliche Konstruktion insbesondere aufgrund des 2007 in Kraft getretenen „Gesetzes zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“ im Einkommensteuerrecht. Danach können Zuwendungen an eine gemeinnützige Stiftung bis zu einer Million Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden. Der Appell, möglichst viele Bürger in das Boot der Stiftung zu holen, war ganz im Sinne Aurigas. Bei der Bürgerfonds GbR zur Sanierung sei als Kompromiss eine Mindestbeteiligung von 10 000 Euro vorgesehen, um den Verwaltungsaufwand nicht ausufern zu lassen.

Die Sicherung des Sommertheaters und die Hoheit über die Programmqualität kamen auch zur Sprache. Manche Grundsätze – wie die Garantie des Sommertheaters für einen festgelegten Zeitraum im Jahr – ließen sich schon im Erbbaurechtsvertrag verankern, erklärte Auriga. Doch müsse der Betreiber schon selbst über die Veranstaltungen entscheiden. Allerdings sei ein kleiner Beirat denkbar, in dem auch Vertreter des Kulturausschusses sitzen könnten.

Keine Sorgen machten Auriga die Kooperation mit Bad-Hotel und Kursaal im Ensemble. Für das Hotel und für die Bewirtung des Kursaals laufen Ende 2012 die Pachtverträge aus und müssen von der Stadt neu verhandelt werden. Dies werde durch die Kapuzinerkirche nicht erschwert, zumal im aktuellen Konzept nur eine Veranstaltungsgastronomie als Bistro vorgesehen sei.

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