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25.09.2007
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Frische Dynamik und mitreißender Takt [0]
"Rhyth'm is it" lautete das Motto des Frauenchors der ÜCHG, der sein anspruchsvolles Programm im vollen Museumssaal dynamisch, flott und herzerfrischend fröhlich gestaltete.
"Meine große Schwester Annica singt mit", erklärt der achtjährige Gabriel, dem vor dem Konzert im vollen Museumssaal eingebleut wird, sich "anständig" zu verhalten. Gabriel verhält sich vorbildlich. Denn was der bestens disponierte Frauenchor der Überlinger Chorgemeinschaft ÜCHG seinem Publikum unter dem Motto "Rhyth'm is it" bietet, ist schwungvoll-mitreißend und kein bisschen langweilig. Chorleiterin Ulrike Köberle, die großen Wert auf Präzision legt, weiß mit ihrer temperamentvollen, charismatischen Ausstrahlung nicht nur die Musikbegeisterung bei ihren 16 Sängerinnen zu entfachen, sondern auch im mitgestaltenden Publikum. Dynamisch, fröhlich, flott und in freudiger Frische gesungen ist schon die Canzona zur Eröffnung. "Bei Jungen und bei Alten erfrischt Musica das Herz", ist die Botschaft, mit der die Sängerinnen a-cappella die Akustik im Saal füllen. "Stimmt an, stimmt an den Lobgesang, und hört nicht auf zu singen", führt mit "Fallala" zu "Now is the summer springing", dem letzten A-cappella-Stück der ersten Gruppe, bei dem die ersten und zweiten Soprane beständig ihre Stimmlagen wechseln. Der erste großte Jahrhundertsprung führt zu entzückenden Kabinettstückchen aus russischer und ungarischer Meisterfeder. Da darf sich Bartoks zungenbrecherisches "Icca ricca tu" vor Temperament und Schnelligkeit schier überschlagen, und in Schwindel erregendem Tempo beginnt auch Kodálys Gesang der Zigeuner, in dessen Mittelteil die 16 schönen Frauenstimmen wie farbiges Glockengeläut in die Atmosphäre schwingen. "Ein echtes Experiment. Die Lieder sind sehr kurz und sehr schwer", erklärt Köberle vor Strawinskys russischen Bauerliedern. Am Klavier begleitet sie das leicht dissonante Lied vom Hecht mit seinen vielen Taktarten, und Nachtigallengleich "schlagen" die Soprane beim Wechselgesang vom "Heiland von Tschigissy". Nach Sekt und Knabbereien im Museumsgarten wirkt im swingenden Programmteil das hell begeisterte Publikum mit. "Der Rhythmus lebt ja von Konsonanten", erklärt Köberle vor dem "Pftsetiktserip-Tsch" im ersten von zwei Sprechchorstücken. "fptkts, fptks" hallt es später kanonisch nahezu perfekt aus allen Richtungen. Und weil's genauso klingt, wie es unter dem Motto "Maschinenhalle" soll, spenden sich Frauenchor und Publikum gegenseitig freudig Beifall. "Man muss die Sache anders, ganz anders sehen", ist Tenor im Sprechchorstück zur "Meinungsäußerung", bei dem der linke Publikumsflügel mit den Sopranen zwei Takte später einzusetzen hat als der von den Altstimmen angeführte rechte Publikumsflügel. Höllisch müssen alle aufpassen, um hier nicht durcheinander zu geraten. Claudia Nyc, die am Flügel die nachfolgenden Stücke mitgestaltet, glissandiert schmissig über die Klaviatur, während sich die Sängerinnen goldene Schals übers Dekolletee ihrer schwarzen Kleider werfen. Mit swingendem "Slubidubidum" erobern sich die Sängerinnen im Alter zwischen 17 und 70 Jahren erneut die Gunst des Publikums, das bei Gershwin den Takt mitklatscht und dessen Jubel beim glänzend gospeltypisch choreografierten Meadley aus "Sister Act" schier keine Grenzen kennt. Wie ein Feuerwerk sprüht der fetzig gesungene Kanon "Dubi Dubi" über das den Rhythmus mitklatschende Publikum, und nahezu greifbar ist die Woge der Sympathie, die Köberle und ihrem Frauenchor entgegenströmt. Gabi Rieger
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