Die Frau war den Ermittlungen der Polizei zufolge gegen 6.45 Uhr im Bereich des westlichen Bodenseeufers beim Kurgarten/unterer Stadtgarten zum Schwimmen in das Wasser gestiegen. Danach hat sie sich in einer Entfernung von zirka 35 Metern zum Ufer in einem Fischernetz verfangen und ertrank vermutlich aus bislang nicht geklärten Gründen. „Möglicherweise ist die Frau in Panik geraten“, heißt es von der Polizei. Ein anderer Schwimmer hatte die leblose Frau den weiteren Ermittlungen der Polizei zufolge ans Ufer gebracht. Wiederbelebungsversuche durch alarmierte Rettungskräfte waren aber erfolglos geblieben.
Der tödliche Unfall wurde auf SÜDKURIER Online bereits am Sonntag aufgebracht diskutiert. Unter anderem wurde hier eine Auseinandersetzung zwischen einem Fischer und einigen Schwimmern geschildert, die sich am Freitagabend in der Woche zuvor am Seeufer "bei den Tennisplätzen" - einige Meter vom Unglücksort entfernt - zugetragen habe. „Dieser Fischer fuhr mit seinem Boot zwischen den im Wasser schwimmenden Personen und hat seine Netze ausgelegt. (…) Auf Protest der Leute hat er nur rumgeschrien, dass er das Recht dazu habe und das Baden hier am See verboten wäre. Es wäre nur im Freibad erlaubt", schrieb Rita Nickel. "Wir haben darüber die Wasserschutzpolizei informiert.“
„Die Wasserschutzpolizei hatte Kenntnis von dem Treiben des Fischers und uns auch die Auskunft gegeben, dass der Fischer das Recht hat bis ans Ufer Netze auszulegen, jedoch sollte gegenseitig Rücksicht genommen werden“, schrieb Nickel außerdem. Ihre Frage, was sei, wenn was passiert, sei unbeantwortet geblieben. „Es hat mich sehr sehr betroffen, dass jetzt eine Frau sterben musste und keiner diese Gefahr ernst genommen hat. Ich bin nur noch entsetzt.“
Im Bereich des westlichen Bodenseeufers befindet sich der so genannte Gondelehafen, der Heimathafen mehrer Boote von Sportanglern.
Ob das Fischernetz in unmittelbarer Nähe des Ufers von einem Fischer neu ausgelegt worden war oder schon längere Zeit im Wasser lag, dazu wollte die Polizei ebenso keine näheren Angaben machen wie auch über einen möglichen vor einigen Tagen erfolgten Hinweis zur Gefahr eines vor Überlingen ausgelegten Fischernetzes an die Wasserschutzpolizei.
Ein Sprecher der Polizeidirektion in Friedrichshafen erklärte, „die Ermittlungen zum Unfalltod der 66 Jahre alten Frau werden durch die Wasserschutzpolizei Überlingen fortgeführt“.