Eine spektakuläre Tierrettung hielt die Freiwillige Feuerwehr Überlingen auf dem Bio-Bauernhof des Landtagsabgeordneten Martin Hahn (Bündnis 90/Die Grünen), der hier gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Sabine Becker wohnt, auf Trab.
Als eine Mitarbeiterin des landwirtschaftlichen Anwesens morgens zu der Kuhherde ging, stellte sie fest, dass ein Tier fehlte. Wenig später hörte sie ein verzweifeltes Muhen und entdeckte die Kuh im Gülleloch. Die acht Jahre alte, im sechsten Monat trächtige Kuh, war über eine schmale Öffnung in eine unterirdische Güllegrube gestürzt, berichtet Feuerwehr-Sprecher Christian Gorber, zugleich Einsatzleiter. Die Mitarbeiter hätten rasch die Brisanz der Lage und die Schwierigkeit einer Rettung erkannt und die Feuerwehr alarmiert.
Noch während sich ein Trupp mit Wathosen und schwerem Atemschutz zum Einstieg ausrüstete, wurde ein Be- und Entlüftungsgerät installiert, um die Grube mit Frischluft zu versorgen. Alexander Waibel, ein Bonndorfer Feuerwehrmann, stieg unter Atemschutz in die Güllegrube hinab, um im Inneren der Grube eine Art Lasso um die Hörner der Kuh zu schlingen. Mit vereinten Kräften gelang es den Wehrleuten damit, die Kuh durch die morastige Gülle unter die Schachtöffnung zu bugsieren und den Kopf an der Oberfläche zu halten. Weil die sehr kleine Schachtöffnung keine andere Rettungsmöglichkeit zuließ, wurde dem Tier dann eine Bandschlinge angelegt, an der sie Kopf voraus über einen Kran der Feuerwehr aus der Grube gezogen und an den bereitstehenden Tierarzt Dr. med. vet. Gottlieb Scherrer zur medizinischen Erstversorgung übergeben wurde.
Die oberste Dienstherrin der Überlinger Feuerwehr, Oberbürgermeisterin Sabine Becker, verfolgte und unterstützte den Rettungseinsatz von der ersten Minute an. Becker ist mit dem Hofbesitzer und Abgeordneten Hahn liiert und wohnt selbst auf dem Gehöft.
Soweit bislang erkennbar hat das Tier den Unfall bis auf eine Unterkühlung, die vom Tierarzt mit Decken und warmen Infusionen behandelt wurde, gut überstanden. Etwa eine halbe Stunde nach ihrer Rettung, die Feuerwehr war noch vor Ort mit der Reinigung ihrer Gerätschaften beschäftigt, erhob sich Nebuhad und trottete begleitet von anderen Kühen, von selbst wieder in den Stall. „Kuh und noch nicht geborenes Kälbchen sind wohlauf“, bemerkte schmunzelnd der Bonndorfer Abteilungskommandant Friedhelm Maßong.
Nur bei der Feuerwehr sei anschließend bei den Einsatzkräften und -fahrzeugen „eine gründliche Reinigung“ fällig gewesen. Maßong: „Das war ein Einsatz mit Gschmäckle.“
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