Überlingen Erstes Theater Überlingens feiert grandiose Premiere

Noltes Culture Lounge startet mit dem Monolog „Ruhestörung“ und dem Percussions-Duo „Max & More“ in eine vielversprechende Saison.

Es war der Aufschrei der gequälten Kreatur, ein Schrei so laut und hilflos wie der auf dem berühmten Gemälde Edvard Munchs – mit dem Stück „Ruhestörung“ von Eugen Ruge und dem Auftritt des Percussions-Duos „Max & More“ mit Bernd Settelmeyer und Uwe Kühner startete das erste Theater Überlingens in eine vielversprechende Saison. Das Publikum war hin und weg.

Die schauspielerische Leistung, die Oliver Nolte bei diesem Monolog bot, war atemberaubend. Beeindruckend, mit welcher Hingabe er den Mann mimte, der zutiefst verzweifelt ist, weil er in der lautstarken und oberflächlichen Gesellschaft nicht mehr zurecht kommt. Er, der Geistesarbeiter, der nur ruhig zu Hause sitzt und arbeitet, genauer gesagt schreibt. Er, der von allen Bohrmaschinen im Hause und jedem Presslufthammer in der Straße übertönt wird. Er, den niemand mehr ernst nimmt, weil er nicht nach Aufmerksamkeit schreit. Weil er die Gesellschaft nicht mehr erträgt, hat er geschrien und der Vermieter hat ihm seine Wohnung gekündigt – wegen Ruhestörung. Wer nicht spurt, fliegt raus. „Ich bin angeklagt, dabei müsste ich doch klagen“, sagt der Mann, der nicht konform sein möchte wie alle anderen, der es wagt, die Gesellschaft und ihre hektischen Gepflogenheiten zu kritisieren und dabei auch vor dem Publikum keinen Halt macht: „Ja, das seid nicht ihr, ich weiß, das Volk sind immer die anderen.“ Ein ergreifendes Stück, dem es aber trotzdem an amüsanten Szenen nicht gefehlt hat, was auch dem schweißtreibenden Einsatz des Schauspielers und der intimen Atmosphäre geschuldet war. Denn das Publikum ist auf einer Ebene mit der Bühne und direkt im Geschehen.

Das bekam beim Percussions-Duo „Max & More“ vor allem die erste Reihe zu spüren. Die Zuschauer bekamen nicht nur Wasser aus der unerschöpflichen, fantasie- und klangreichen Instrumentalwelt des Duos ab, sondern spielten auch selbst mit. Was wie ein zufälliges Zusammentreffen zweier Herren in einem Restaurant begann, entwickelte sich rasch zum Percussions-Wettstreit mit Teller, Messer, Gabel und Glas. Fußbälle, Schalen, Vasen – alles, was ein Restaurant hergibt, verwandelten Uwe Kühner und Bernd Settelmeyer zur rhythmischen Explosion, voller Witz und musikalischer Leidenschaft.

Das Schöne an dem brillanten Theaterabend sind nicht nur der kleine, aber feine Raum und die qualitätvollen Auftritte. Es ist die Atmosphäre, bei der der Zuschauer dazugehört und nicht nur zuhört. Denn nach dem Stück kommt der Zuschauer mit den Künstlern leicht ins Gespräch und wenn es nur wegen heimatlicher Symbolik ist wie ein Schal des Fußballclubs Kaiserslautern. „Sind Sie aus der Pfalz?“, fragt Settelmeyer die Autorin dieses Artikels. „Ja, ursprünglich schon. Wieso?“ – „Ich auch, mein Vater hat beim FCK in den 1960er Jahren gespielt“, erklärt der Musiker. „Wirklich? Mein Großvater hat mit Fritz Walter gekickt“, antworte ich. Und der Abend findet noch längst keine Ruhe.
 

Das Theater

Noltes Culture Lounge präsentiert am Freitag, 28. März, 20 Uhr, „Perle sucht Sau – von der Kunst den Mann fürs Leben zu finden“. Zudem veranstaltet das Theater Weiterbildungsseminare und Maßnahmen zum Teambuilding. Weitere Informationen und Spielplan gibt es unter Telefon 0 75 51/8 31 02 22, per E-Mail an info@noltes.biz

Informationen im Internet: www.noltes.biz

 

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