Überlingen/FriedrichshafenErmittlungsgruppe gegen Skinheads [0]
Aufmarsch von Neonazis am 20. August zum Gendenken an Rudolf Hess.
Ziel der Ermittlungsgruppe sei es, die Vorfälle in Zusammenarbeit mit den Behörden in Konstanz und der Schweiz rasch aufzuarbeiten, um der Justiz eine zeitnahe Bestrafung der Tatverdächtigen zu ermöglichen. Zwei Drittel der rechten Chaoten war laut Polizei aus dem Landkreis Konstanz angereist, einige wenige aus der Schweiz; die aus dem Bodenseekreis stammenden restlichen Szene-Angehörigen kamen überwiegend aus der Raumschaft Überlingen. Am Samstagabend hatten sich nach und nach verschiedene Skinheadgruppen wohl aufgrund von Mund-zu-Mund-Propaganga in der Überlinger Innenstadt getroffen und unter anderem Passanten angepöbelt. Nach Platzverweisen, die sie ignorierten, wurden die 40 bis 50 Personen gegenüber der Polizei zunehmend beleidigender und aggressiver. Als die Beamten deswegen den Rädelsführer, einen 23-jährigen Mann aus dem Landkreis Konstanz, in Gewahrsam nehmen wollten, eskalierte die Konfrontation: Etwa zehn der Rechtsradikalen stürmten mit über die Köpfe gezogenen Kapuzen laut schreiend auf die fünf Beamten zu - die sich die heranstürmenden Meute nur noch durch einen Warnschuss auf Distanz halten konnten. Nachdem weitere Unterstützungskräfte eingetroffen waren, darunter Bundespolizei, konnten fünf der Wortführer vorläufig festgenommen werden. Bei der Verfolgung einzelner Skin-Trupps in der Stadt leistete auf dem Spielplatz hinter dem Kaufhaus May der Wortführer dieser Gruppe, ein Skinhead aus der Schweiz, heftigen Widerstand. Während der Gewahrsam der anderen Skins im Laufe der Nacht aufgehoben wurde, musste der Schweizer Szene-Angehörige auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Konstanz erst eine Sicherheitsleistung beibringen. Insgesamt stellte die Polizei die Personalien von rund 30 Skinheads fest und behandelte und über zehn davon erkennungsdienstlich. Einige der Rechtsradikalen gaben in den Vernehmungen an, sie seien zu einer "Party" nach Überlingen gekommen - wo diese allerdings stattfinden sollte, wusste keiner. Bislang gebe es keine Hinweise auf ein organisiertes Treffen etwa im Zusammenhang mit dem Datum vom 20. August, zu dem es andernorts immer wieder Rechtsradikalen-Aufmärsche in Erinnerung an die Neonazi-Ikone Rudolf Hess gibt.
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