Überlingen Eine vernügliche Perlenkette in Überlingen

„Perle kocht“ ist eine zauberhafte Episode in Noltes Culture Lounge in Überlingen

Die „Perlenkette“ der Noltes wächst. Wer die vier Episoden dieser ebenso kurzweiligen wie liebevoll und intelligent inszenierten Geschichte am Stück erleben will, für den sind die Abende nach Weihnachten (27. bis 30. Dezember) schon gerettet. Die von Birgit Nolte-Michel und Oliver Nolte verfassten Texte und Songs haben eine so konzentrierte Dichte, dass man alle Geschichten gut ein zweites Mal anschauen und noch manche neue Pointe entdecken kann. Wie bei „Perle kocht“.

Bei seinem wunderbar jazzigen Startsong nimmt Oliver Nolte das Publikum gleich mit und bereitet mit seiner Hommage an die Dame seines Herzens den Plot für die Geschichte aus. „Was mach ich bloß? Ihr Essen bleibt im Halse stecken wie ein Kloß.“ Auch „Perle“ nimmt Kontakt auf bei ihrem Ratschlag, Männer immer genügend zu loben. „Du bist toll!“ lobt sie nicht nur den Zuschauer in der ersten Reihe schulterklopfend, sondern später auch ihr Qualitätshuhn mit dem Kochlöffel, ehe sie den Deckel schließt

Running gags im positiven Sinne gibt es mehr als genug. Die ambitionierte Köchin legt sich zunächst vor allem lesend ins Zeug. Und wenn die Not am größten ist, erscheint ihr Maître de Cuisine, Jaques Gelée, in einem Tagtraum und spricht ihr aus dem Off Mut zu. „Ich weiß, ich bin zu etwas Höherem geboren“, lässt Birgit Nolte-Michel das Huhn in seiner Arie flöten: „Wäre ich sonst ein Huhn der Güteklasse A?“ Doch statt zu einem guten Sonntagsbraten zu werden, wird es von „Perle“ in den Topf gesteckt. „Mein Fleisch, das ist so zart und rosa“, reimt das Huhn: „Ich bin der Vers und nicht die Prosa.“

Doch wie konnte es zu dem Desaster am Herd kommen? Obwohl im Grunde (fast) alle Frauen kochen können. „An allem ist die Mama schuld“, intoniert die zögernde Köchin. Die hat ihr eben nur die „Emma“ gekauft und sie zur Emanzipation erzogen. Schon will sie ihr Bild zur Strafe im Mülleimer versenken. Doch das Publikum fühlt mit und fordert nur: „Umdrehen!“

Entzückend ist „Perles“ französischer Akzent, der perfekt zur Haute Cuisine des Maître Jacques Gelée passt. „Pour dé-bu-tants“ näselt die angehende Köchin den Untertitel des Standardwerks beim Aufschlagen ihres Rezeptes. Allein die Rezitation der unendlich komplizierten Kräuterstandorte und des richtigen Weines machen schon Appetit auf den Coq au Vin.

Doch das Huhn sitzt immer noch auf dem Herd, als Gatte Otto bereits sein Kommen ankündigt. Was „Perle“ ihm als Schnellgericht serviert? Schauen Sie selbst!

Informationen im Internet:

www.noltes.biz

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