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Überlingen Eine ganze Welle der guten Taten

07.12.2009
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Eine Familie ist in Not, hunderte Menschen helfen: Unser Bericht über die Familie Schüle aus Sipplingen hat eine „wahre Welle der guten Taten“ ausgelöst, wie Tochter Mara Schüle dem SÜDKURIER erzählt. Die Familie hat mit vielen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Mutter Dorle leidet an Multipler Sklerose, der sechsjährige Liron ist zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt. Am 14. Dezember bekommt er eine Knochenmarkstransplantation. Der Eingriff ist riskant, aber wenn alles gut geht, wird der kleine Liron wieder gesund.

Die Welle der Hilfsbereitschaft war wirklich enorm. Die Schüles erhielten rund 300 Briefe, Karten, Aufmerksamkeiten und Spenden. „Eine Frau rief uns an, weil sie das Geld, das sie zu ihrer silbernen Hochzeit bekommen hat, spenden will“, sagt Mara. Und Vater Rainer Schüle erinnert sich: „Eines Tages stand eine ältere Dame vor der Tür und gab uns einen Umschlag. Sie sagte: eine Kleinigkeit für euch – mein Enkelkind ist gesund. Als ich den Brief aufmachte, waren 200 Euro drin.“

Die Welle der Hilfsbereitschaft geht noch viel weiter. Eine Therapeutin behandelt Dorle Schüle kostenlos. Und Dorle Schüle sagt: „Das gibt mir Kraft, dass da jemand ist, der mir seine gesamte Zuwendung gibt.“ Alwin Beirer aus Sipplingen verkaufte Würstchen, Steaks und Berliner. Er spendete die Einnahmen den Schüles. Und als der Nikolaus zu Liron kam, hatte er auch ein dickes Bündel für die Eltern dabei. Pfarrer Zdenko Joha hatte in der Kirche Flyer verteilt, auf denen sich der SÜDKURIER-Artikel in Kopie befand. Darunter hatte der Pfarrer geschrieben: „Wir wollen Familie Schüle zu Nikolaus eine Freude bereiten und dazu brauchen wir Ihre Hilfe.

Sei es in Form einer Geldspende oder eines Gebets, Gruß- oder Segenswortes in Schrift, das Sie gerne in eine kleine Box mit einer kleinen Überraschung verpackt oder in einem Kuvert im Pfarrbüro abgeben können.“ Diesem Aufruf hatten unzählige Bürgerinnen und Bürger Folge geleistet. Und als der Nikolaus wieder fort war, saß die Familie am Tisch und öffnete gerührt all' die Schreiben. „Wir fühlen uns jetzt so aufgehoben in der Umgebung. Das gibt Kraft und viele haben auch angeboten, wenn was ist, können wir uns melden“, sagt Dorle Schüle. Menschlich habe sich auch das Jugendamt gezeigt: „Das lief wirklich alles ganz unbürokratisch.“ Was Vater Rainer Schüle besonders rührt: „Die Leute riefen an, um sich für unsere Dankeskarten zu bedanken. Ich hoffe nur, dass uns diejenigen nicht böse sind, die nun keine Dankeskarte mehr erhalten. Wir schaffen es einfach nicht mehr.“ Denn Dorle und Rainer Schüle sind bereits mit ihrem kleinen Sohn auf dem Weg nach Tübingen, wo er sich vor der Transplantation einer einwöchigen Chemotherapie unterziehen muss. Über den SÜDKURIER will die Familie all jene, die sie mit ihren Taten gestützt haben, über den Ausgang der Transplantation auf dem Laufenden halten.

Eva-Maria Bast

Alle Teile der Serie im Internet:

www.suedkurier.de/gutetaten

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