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Überlingen Eine Herzensangelegenheit

Zwei Dokumentarfilme über den Nahost-Konflikt füllen in der Cine-Greth die Kinosäle und ermöglichen neue Einblicke

Sie kennen sich aus dem Westjordanland und kamen nun gemeinsam für „Das Herz von Jenin“ nach Überlingen (von links): Franz Macher, Ismael Khatib und Fakhri Hamad.
Sie kennen sich aus dem Westjordanland und kamen nun gemeinsam für „Das Herz von Jenin“ nach Überlingen (von links): Franz Macher, Ismael Khatib und Fakhri Hamad. | Bild: Bild: Schelk

Überlingen (sis) Vollbelegte Kinosäle, leidenschaftliche Diskussionen und Zuschauer, die nach dem Abspann nicht nach Hause gehen wollen: Den Film- und Gesprächsabend in der Cine-Greth werden die Besucher so schnell nicht vergessen.

Gezeigt wurden nicht etwa Kassenschlager wie „Harry Potter“ oder „Avatar“, sondern zwei leise Filme. Die Dokumentarfilme hatten ein Thema gemeinsam: den Nahost-Konflikt. Heruntergebrochen auf menschliche Schicksale erzählen „Nach der Stille“ und „Das Herz von Jenin“, wie sich Israelis und Palästinenser auf ihren ganz eigenen Weg der Versöhnung machen. Die Überlinger hatten dabei Gelegenheit, mit den Filmemachern aus den Palästinensergebieten zu sprechen. Besonders bewegt hat viele der Auftritt von Ismael Khatib. Er ist der Vater des getöteten Jungen aus der Grenzstadt Jenin, der sich dazu entscheidet, dessen Organe zu spenden – unabhängig davon, ob sie Juden, Muslime oder Drusen sind. Selbst das Herz seines Sohnes, der von Kugeln israelischer Soldaten tödlich am Kopf getroffen wurde, spendet er. Ismael Khatib begründet diesen Schritt in Überlingen mit dem starken Wunsch nach Frieden in der Grenzregion zu Israel. „Jeder kann etwas bewegen“, sagt er auf Arabisch. Fakhri Hamad, Betreuer des interkulturellen Projekts „Cinema Jenin“, übersetzt die Worte. Gemeinsam versuchen sie zu verdeutlichen, was ein Leben hinter Mauern und Zäunen bedeutet. Israel ist in ihren Augen eine Besatzungsmacht. „Wir leisten Widerstand durch Menschlichkeit“, sagt Ismael Khatib.

„Uns geht es um Veränderung und darum zu zeigen, dass Frieden möglich ist“, sagt Fakhri Hamad. Ismael Khatib kennt die Kinder, die mit den Organen seines Sohnes weiterleben. Er leitet jetzt ein Jugendzentrum in Jenin, was ihm selbst die Kraft gebe, seinem Leben einen Sinn zu sehen, sagte er.

Dass die Überlinger Kinobetriebe Lailach überhaupt diesen außergewöhnlichen Gast einladen konnten, ist Franz Macher zu verdanken. Der Filmvorführer hat das Projekt „Cinema Jenin“ mitaufgebaut und vor Ort die Protagonisten des Films kennengelernt.

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