Mein

Überlingen Ein wahres Lob Gottes

06.08.2009


In der Franziskanerkirche Überlingen erklang das Lob Gottes zum Auftakt mit „Laudate pueri“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy durch Frauen – statt dem Text nach durch Knabenstimmen. Der 1983 gegründete und mit Gospel-, Madrigal- und Jugendchor zur Überlinger Chorgemeinschaft zählende Frauenchor hatte zu seinem gut besuchten „Geistlichen Konzert“ eingeladen. Ulrike Köberle leitete souverän-fordernd den Chor von 30 Sängerinnen, die zuerst auf der Empore und dann im Chorraum der Kirche sangen.

Georg Grass, Kirchenmusiker in St. Oswald in Tettnang, begleitete den Chor feinfühlig und dezent bei mehreren Gesängen an der Orgel, vor allem bei der „Messe in d-Moll“ von Peter Cornelius. Eine exzellente Stimmlichkeit, auch in der Zwiesprache zwischen Sopran und Alt, zeichnete die Sängerinnen, die selbst auch solistisch sangen, aus. Als würdig-inniges Mariengebet mit einem romantischen Schluss hörte sich, wieder von Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), „O beata et benedicta“ an, gefolgt von „Veni Domine („Komm Herr“) mit flehendem Auftakt und mit dem hellen, klaren Sopran-Solo. Der offene Schluss verdeutlichte: Es ist Sache Gottes, die Bitte zu erhören. Hin zu Fröhlichkeit und Heiterkeit mit schnellen gesanglichen „Halleluja“-Wirbeln führte die Melodie „Surrexit pastor bonus“, das zum „Surrexit Christus“ wurde: Jesus ist der Christus durch die Auferstehung.

Zwei kurze Stücke stammten von Max Reger: „Im Himmelreich ein Haus steht“, in das niemand eingeht mit Sünden. Dazu doxologisch Dank und Lob dem Vater, der uns errettet hat. Mit einer Steigerung in der Melodie sang der Chor von Johannes Brahms „O bone Jesu“, gefolgt von „Adoramus te“ aus dem „Gloria“ sowie in solistischem Auftakt und in lautem Jubel das Angelus-Gebet der Osterzeit „Regina coeli laetare, alleluja.“

Kernstück des Geistlichen Konzerts war die „Messe in d-Moll“ von Peter Cornelius (1824-1874). Ineinander verwoben und im Wechsel vom Sopran zum Alt die „Kyrie“- und „Christe“-Rufe. Festlicher, zum Himmel schwingender Jubel folgte mit dem „Gloria“: Das „Ehre sei Gott in der Höhe“ strahlte so aussagekräftig wie die einzelnen Bekenntnissätze, mit dem Orgelspiel jeweils als Überleitung. In Musik waren beim „Gloria“ wie beim „Credo“ die Textaussagen umgesetzt und vom Chor dargestellt: Voller Inbrunst das „Incarnatus est“, die Freude über die Auferstehung („et resurrexit“), mahnend der Hinweis auf die Wiederkunft des Messias, um „zu richten die Lebenden und die Toten.“ Immer wieder fiel das Zwiegespräch in den solistischen Teilen auf. Das „Sanctus“ war chorisch, das „Benedictus“ solistisch gesungen. Beim „Agnus Dei“ war der Friede Gottes („dona nobis pacem“) tänzerisch-fröhlich dargestellt.

Im Chorraum erklang von den Frauen um Ulrike Köberle in abgerundet-schönem Klang wie in rhythmischer Begeisterung a cappella-Musik des 1962 geborenen Komponisten Johannes Matthias Michel: Dem „Jubilate“ im Staccato folgten „The Lord is my shephard“ und „Gratias agimus.“ Mit dem in italienischer Sprache gesungenen Marienlob „Laudi alla vergine Maria“ von Giuseppe Verdi beschloss der Chor sein „Geistliches Konzert“ mit religiösen Texten und Melodien aus der Zeit der Romantik bis heute. Mit viel Applaus in der Kirche dankte das Publikum.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln