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Überlingen (hpw) Die Vergabe von Aufträgen nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) ist streng geregelt und die Öffentliche Hand ist bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit verpflichtet, dem preisgünstigsten, um nicht zu sagen, billigsten Anbieter den Zuschlag zu erteilen. Das hat seinen guten Grund, sorgt allerdings für Diskussionen, wenn wegen marginalen Unterschieden einheimische Firmen nicht zum Zuge kommen. Nicht so rigide ist die Vergabe von Planungsleistungen nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Hier hat auch der öffentliche Auftraggeber etwas mehr Entscheidungsspielraum und kann spezifische Anforderungen oder gewünschte Kompetenzen und Referenzen nach seiner Einschätzung gewichten.

Dennoch zeigte sich Oberbürgermeister Volkmar Weber jetzt in der Sitzung des Verwaltungsausschusses sehr verwundert ob des einen oder anderes Vorschlags seines Bauamtes und betonte gleich vorneweg, dass er dem Vorschlag seiner Verwaltung nicht folgen könne. Drei Ingenieurbüros kamen bei der geplanten Sanierung des Alten- und Pflegeheims St. Ulrich für die Planung von Heizung, Lüftungs- und Sanitäreinrichtung in Frage, der preisgünstigste Anbieter kam zudem aus Überlingen. Dennoch hatte Helmut Köberlein von der Abteilung Hoch- und Tiefbau eine andere Firma vorgeschlagen. Die größere Zahl einschlägiger Referenzen und die integrierte kaufmännische Leistung hatten für ihn den Ausschlag gegeben.

Für Gemeinderätin Erika Seige (FW) war dies "irgendwie nicht richtig", zumal es in Überlingen genügend kompetente Betriebe gebe; Reinhard Weigelt (FDP) konnte nur "den Kopf schütteln", schließlich habe man selten so eine glückliche Konstellation; und auch für Günther Hornstein (CDU) war die Begründung "ganz unabhängig von der Emotion zu dünn".

Mögliche Argumente für die Verwaltung fand lediglich Michael Wilkendorf (SPD), der selbst aus seinem Beruf die Erfahrung eines Ortsbaumeisters mitbringt. Nicht immer sei der Preis das alles Entscheidende; wichtig sei auch, dass Architekt und Fachplaner gut harmonierten. Doch aus dieser Perspektive schien nichts Gravierendes entgegen zu stehen.

So beauftragte der Bauausschuss das Überlinger Büro Rimmele mit den Planungen für den Bereich Heizung, Lüftung, Sanitär. Das Angebot beläuft sich auf 62300 Euro; die Elektrotechnik ging für 33700 an die Planungsgruppe Süd, Immenstaad. Mit der Tragwerksplanung wurde die Ingenieurgruppe Uhldingen (IGU) für eine Pauschale von 29900 Euro beauftragt.

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