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Überlingen Die Stadt verkauft für vier Millionen ihr Bad-Hotel

27.09.2012
Überlingen -  Der Gemeinderat stimmte am Mittwochabend einstimmig für den Verkauf des historischen Hotels an die Unternehmer Scheidtweiler und Berchtold

Den Zuschlag erhalten die Unternehmer Berchtold und Scheidtweiler: Sie übernehmen für vier Millionen Euro von der Stadt Überlingen das historische Bad-Hotel und bauen es zu einem 4-Sterne-plus-Betrieb mit Tagungsmöglichkeiten aus.  Bild: Hilser

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Wie geplant und in zahlreichen nichtöffentlichen Sitzungen vorbereitet, stand am Mittwochabend einem Verkaufsbeschluss nichts mehr im Wege: Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, das historische Bad-Hotel für vier Millionen an die Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler (Pforzheim) und Professor Willi Berchtold (Überlingen) zu verkaufen.

Die Ratsfraktionen vertraten geschlossen die Meinung, dass mit den beiden Investoren „kompetente und solvente“ Käufer gefunden wurden, die das Hotel aufwändig sanieren werden und der Stadt Überlingen einen enormen Vorteil verschaffen. Fehler früherer Jahre – genannt wurde mehrfach das Stichwort „Fünf Mühlen“ – könnten mit dem vorbereiteten Vertragstext nicht mehr passieren.

Wie Martina Vollstädt, Leiterin Abteilung Liegenschaften, in der öffentlichen Sitzung sagte, sichere der Vertrag und ein Eintrag im Grundbuch ab, dass die Immobilie auf alle Zeiten als Hotelbetrieb geführt wird. Für alle Eventualitäten habe sich die Stadt ein Vorkaufs- und Rückkaufsrecht gesichert. Beispielsweise für den Fall, dass der neue Eigentümer entgegen der vertraglichen Bestimmungen das Hotel in Eigentumswohnungen umbauen sollte. Mit dem Verkauf an die Investoren verbunden ist für den Rat die Hoffnung, dass der Standort insgesamt belebt wird. In den Investoren erkannten die Fraktionssprecher erklärtermaßen vertrauenswürdige Vertragspartner. Diese planen, das Hotel in der Kategorie 4-Sterne-plus zu führen und zu einem Tagungshotel auszubauen.

In dieses Konzept solle auch der Kursaal einbezogen werden, kündigte Oberbürgermeisterin Sabine Becker im Gemeinderat an. Über eine Verpachtung des Kursaals an die künftigen Eigentümer des Bad-Hotels werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Hierfür müssten die Rahmenbedingungen erst noch geschaffen werden. Wie Vollstädt im Gemeinderat erklärte, lasse man sich vertraglich sichern, dass die neuen Hoteliers keine Einwände gegen den vom Kursaal ausgehenden Lärm geltend machen. Gemeinderat und Oberbürgermeisterin stimmten geschlossen darin überein, dass es in Zeiten, in denen man sich als Kommune auf Kernaufgaben wie den Ausbau der Kindergartenplätze konzentrieren müsse, nicht Aufgabe der Stadt sein könne, ein Hotel zu betreiben. Zumal die Stadt Überlingen sich eine anstehende Sanierung der Immobilie ohnehin nicht habe leisten können.

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