Überlingen Der Traum von der großen Bühne ist greifbar nah
23.07.2009
Robin Koger träumt schon lange einen Traum: Er möchte auf der Bühne stehen und Musicals singen. „Und jetzt hat sich der Traum erfüllt oder besser gesagt: Ich bin auf dem direkten Weg zu diesem Traum“, sagt Robin Koger. Denn der 20-Jährige hat die Aufnahmeprüfung bei der renommierten Joop-van-den-Ende-Academy in Hamburg bestanden. Rund 300 hatten sich beworben, nur 16 wurden genommen.
Während der Aufnahmeprüfungen zu dem Musicalstudium musste der junge Mann aus Uhldingen-Mühlhofen Lieder und einen Monolog vortragen und tanzen. „Das ging von morgens acht bis abends zehn. Und abends drängte sich alles um die begehrte Liste, auf der stand, wer es in die nächste Runde geschafft hat und man hoffte jedes Mal so sehr, seinen Namen zu finden“, berichtet Koger. Mitgefiebert hat die Leiterin der in Überlingen ansässigen Musicalschule Bodensee, Jeanette Munere, die Robin Koger auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet hat und von ihrem Schüler per SMS über die Vorgänge auf dem Laufenden gehalten wurde.
Robin Koger hat schon immer gerne Musik gemacht, spielte in mehreren Bands und brachte sich Gitarre und Klavier autodidaktisch bei. „Es war immer mein Traum zu singen, aber ich habe mich nicht getraut, das wirklich umzusetzen.“ Doch schließlich traute er sich doch und nahm Gesangsunterricht bei Jeanette Munere, die sagt: „Es ist unglaublich, wie gut und wie schnell er sich in der Zeit bei mir entwickelt hat.“ Es sei sehr ungewöhnlich, in einem halben Jahr so viel zu erreichen wie Robin Koger. „Er hat neben der Begabung wahnsinnig viel Ehrgeiz, Disziplin, Kraft und Ausdauer.“ Und das, so Munere, sei ebenso wichtig wie Talent. „Daran scheitern viele. Denn die Ausbildung und auch der Beruf brauchen sehr viel Energie.“
Nicht nur Energie kostet die Ausbildung, sondern auch viel Geld: 900 Euro im Monat beträgt allein das Schulgeld. Koger wird von seinen Eltern unterstützt, ist aber außerdem noch auf der Suche nach Sponsoren. Die Ausbildung dauert drei Jahre, geprobt wird an sechs Tagen die Woche. „Das wird sehr anstrengend, aber ich freue mich“, sagt der 20-Jährige, der im Sommer nach Hamburg umziehen wird. „Es ist ein riesengroßer Schritt, Schüler an dieser Schule zu sein“, freut sich Jeanette Munere. Denn Joop van den Ende sei nicht nur Leiter der Schule, sondern auch Chef der großen Musicalhäuser. Er vermittle seine Schüler erfolgreich. „Manche haben schon im sechsten Semester ein Engagement“, sagt Munere.
Eva-Maria Bast
