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04.12.2007  .

"Da kommt enorme Energie rüber"

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Ausgewählt schöne Stücke von stimmungshebend erwartungsfreudigem Charakter standen auf dem Programm, mit dem das Orchester der Schule Schloss Salem unter Mitwirkung des Überlinger Madrigalchors und Solisten im rappelvollen Salemer Münster auf die Weihnachtszeit einstimmten.
Rieger

Volles Glockengeläut lässt die Besucher in Scharen zum (nahezu) naturtemperierten Salemer Münster strömen, wo sie unter dem Motto "Musik zur Weihnachtszeit" eine nachhaltig inspirierende Soirée erwartet. Sehr zur Freude des dick in Mäntel und Wolldecken vermummten Publikums beweisen dort unter der Gesamtleitung von Thomas Braun der Überlinger Madrigalchor und Mitglieder des Orchesters der Schule Schloss Salem samt Solisten, wie schön gemeinsames Singen und Musizieren verbindet.

Mit seiner herrlich musikalischen Interpretation von Bachs G-Dur-Präludium füllt Münsterorganist Andreas Jetter das rappelvolle Gotteshaus zur Eröffnung mit prächtigem Orgelklang. An Gregorianik erinnert das "Veni, Emmanuel" von Kodaly, das der homogen zusammenwirkende Madrigalchor agogisch in zart farbenem a-capella-Gesang intoniert. Von freudiger Erwartung durchpulst ist das zauberhaft gesungene "Psalite" eines Anonymus, und in schnellen Tempi freudig bewegt musiziert ist Bachs Triosonate in F-Dur mit Daniela Seitz (Altblockflöte) und Ran Huo (Cembalo).

Ausgewählt schöne Stücke von stimmungshebend erwartungsfreudigem Charakter beinhaltet das beglückende Konzert, von dem sich mancher Zuhörer wünschte, es möge niemals aufhören. "Da kommt eine enorme Energie rüber", strahlte nach dem vielstrophig gemeinsam gesungenen "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" eine Konzertbesucherin.

Mitten ins Herz, das vor Freude im Leib hüpft, zielt das spritzig musizierte Concerto grosso in d-Moll von Vivaldi mit Marie-Luise Göbel, Katharina Körbl (Violinen), Michael Narten (Violoncello) und Sebastian Goldt (Cembalo). Geigenlehrerin Susanne Sigg, die den Musikdienst der Schule Schloss Salem leitet, wirkt mit im zwölf Streicher plus b.c. starken Schulorchester, das sich unter Mitwirkung des Madrigalchors in der wunderschönen Interpretation von Vivaldis "Magnificat" auf musikalisch höchsten Touren bewegt. Acht klangprächtige Chorsätze wechseln da mit vier filigranen Arien, von denen das "Domine Deus" durch wirkungsvolle Chor-Tutti ergänzt wird. Mit der stimmschönen Jennifer Schubert haben die Madrigaler zur Gestaltung der Solopartien einen hochkarätig funkelnden Edelstein in ihren Reihen. Ohne Brüche lässt sie mit langem Atem klar artikuliert mit Charisma ihre kräftige, lupenreine Sopranstimme zu den Hörern strömen, die im berührten Erleben kaum zu atmen wagen. Zum Freudentränen weinen schön ist der spritzig bewegte transparente Streichersound, auf dem sich das beseelt chorisch gesungene "Quia respexit" bewegt. Unter die Haut geht das drängende Vorwärtsstürmen der Stimmen und Violinen im kraftvollen "Fecit potentiam". Im Gloria entsteht die Vision, als würden tausend Engel in glücklicher Verheißung singen. Das paradiesische Bild verstärkt sich vor jubelndem Applaus mit Saint-Saens "Tollite Hostias" aus Himmelsregistern.

Bildergalerie im Internet:

www.suedkurier.de/bilder

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Autor: GABI RIEGER
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