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Überlingen Culture Lounge: Noltes optimieren ihre Bühne

Die Theatermacher Noltes haben sich mit ihrer Culture Lounge in den zwei Jahren des Bestehens in Überlingen etabliert. Derzeit optimieren sie durch Umbauten die Bedingungen für Akteure und Publikum. Am 17. Januar stellen sie die neue Bühne vor sowie einen Querschnitt durch die geplanten Premieren 2016.

Eine kleine Hintertür als Ausstiegsoption hatten die Noltes von ihrem Vermieter in der Aufkircher Straße bekommen, falls ihre Culture Lounge auf allzu geringe Resonanz gestoßen wäre. Dass dem nicht so ist, ja dass das Publikum nicht nur in und um Überlingen begeistert ist von dem ebenso vielseitigen wie anspruchsvollen Angebot in dem kleinen Theater, darüber sind die Mieter der außergewöhnlichen Location gleichermaßen angetan wie der Eigentümer Weidele, dem schon immer eine besondere Nutzung des historischen Gewölbekellers vorgeschwebt hatte.

Kurz vor dem zweiten Geburtstag ihrer Bühne sind Birgit Nolte-Michel und Oliver Nolte so inspiriert und motiviert, dass sie das Jahr 2016 gleich mit einer ungewohnten Sonderschicht handfester Arbeit begannen und die Bedingungen für sich selbst als Schauspieler, aber insbesondere für die Zuschauer optimierten. Noltes Fans – immerhin 1200 haben sich schon im Newsletter-Verzeichnis eingetragen – können sich am Sonntag, 17. Januar, ab 18 Uhr bei „Hallo Noltes II“ von der Qualität des neuen Raumkonzepts überzeugen und sich Appetit auf mehrere neue Produktionen holen. So plant Birgit Nolte-Michel unter anderem einen Abend mit Chansons von Hildegard Knef, Oliver Nolte hat das Solostück „Novecento“ von Alessandro Baricco im Blick. Gemeinsam mit dem Stuttgarter Saxofonisten Wolfgang Fuhr plant er einen Dialog zwischen Schauspiel und Jazz, Martin Walsers Kammerspiel „Zimmerschlacht“ aus dem Jahr 1967.

All das soll noch besser ankommen beim Publikum. Dazu haben die Noltes in Eigenarbeit und mit Unterstützung ihrer Tuttlinger Freunde Thomas und Regine Kremer eine erhöhte Bühne eingebaut, die Tribüne umgestaltet und die Beleuchtung professionalisiert. 30 Zentimeter erhöht agieren die Mimen und Stimmen künftig, ein aufgebrachter Tanzboden verbessert die Akustik weiter. Balken schleppen, bohren und sägen – damit beschäftigte sich das Quartett gleich nach Neujahr. Kaum, dass „Perle“ sich nach der Viererserie zwischen Weihnachten und Silvester vorläufig verabschiedet hatte. Die amüsanten Dialoge werden künftig von etwas höherer Warte zu hören sein. Die Bühne erstreckt sich über die gesamten neun Meter Breite des Raumes. „Das ist bemerkenswert“, sagt Oliver Nolte, „und eröffnet uns ganz neue Spielmöglichkeiten.“

Auch die oberen Reihen der Tribüne sind etwas höher als bisher, alle Plätze sind frontal zur Bühne ausgerichtet. „Wir lieben eigentlich diese U-Form mit den Zuschauern“, betont Theatermacher Nolte: „Doch es bereitet auch Probleme.“ Als Schauspieler müsse man sich bei der Ausrichtung der Aktionen der Zuschaueranordnung im Halbrund stets gewärtig sein. Bisweilen würden manche Zuschauer an den Seiten zudem durch die Ausrichtung der Scheinwerfer geblendet. Auch die Beleuchtung selbst, die bislang weitgehend mobil war, wurde weiter professionalisiert. An der Decke wurden Lichtschienen angebracht und Strahler fest montiert.

Das Publikum, dessen Herkunft allmählich weitere Kreise zieht, wird es zu schätzen wissen. Abgesehen davon, dass manche Fans aus dem Remstal ihren Lieblingen gern nachreisen, finden inzwischen auch Zuschauer aus Freiburg den Weg zum Theater an den Bodensee. Zu Gastspielen nach Singen sind die Noltes ebenfalls eingeladen.

Regelrecht Leid tut es ihnen immer wieder, dass sie Anfragen für eine Nutzung der Bühne durch Kulturgruppen und Gastkünstler ablehnen müssen. „Das soll unsere Bühne sein und bleiben“, sagt Oliver Nolte. „Wir wollen keine Veranstalter sein.“ Die Reaktionen des Publikums bestätigen die beiden in dieser Haltung. „Wenn Besucher hierher kommen, um etwas anzuschauen“, hat Nolte schon erfahren, „dann erwarten sie auch, dass wir hier irgendwo auftauchen und mitmischen.“ Umso erleichterter ist der Theatermacher, dass die Kulturgruppen wohl andere Veranstaltungsräume finden.

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