Als Hauptgründe wurden vom Vorsitzenden Henning von Jagow die wachsende Verschuldung der Stadt und die „Überflutung“ mit Besuchern im Gartenschaujahr 2020 genannt. Den erwünschten Bürgerpark im Westen könne man billiger, schneller und einfacher haben, erklärte Joachim Betten und legte dazu die Umsetzung einer der Entwürfe des Wettbewerbs nahe. Wenn man das Vorhaben sofort in Angriff nehme, könne der Park für zwei Millionen Euro schon in zwei Jahren zur Verfügung stehen, zeigte sich Betten überzeugt: „Dann haben wir hier so etwas Ähnliches wie das Ostbad und müssen nicht auf die Gartenschau warten.“ Kosten für das Kakteenhaus kämen noch dazu wie für die Verlegung der Straße. Die Zuschüsse dafür seien unabhängig von dem Event.
Noch klarer war bei der Befragung das Votum der Mitglieder mit 98 Prozent für einen Bürgerentscheid. „Wir bleiben dabei“, sagte von Jagow. „Entweder der Gemeinderat verzichtet von sich aus auf die Gartenschau oder er sollte die Bürger entscheiden lassen.“ Sollte dies nicht der Fall sein, werde der Bürgersinn ein Bürgerbegehren in die Wege leiten. „Dann würde sich das Gremium bis auf die Knochen blamieren“. Strittig war unter den Mitgliedern allenfalls, wann der Bürgersinn in die Offensive gehen solle, um mit überschaubarem finanziellen Aufwand die effektivste Arbeit leisten zu können. Ulrich Thum wollte sofort zum Angriff gegen die Gartenschau blasen, damit sich die Bürger nicht „einlullen“ lassen. „Skandalös“ nannte er die Entwürfe, man könne ja gleich ein Matterhorn bauen und darauf Ananas züchten. Vorsitzender von Jagow dagegen wollte das Pulver nicht zu früh verschießen und auf dem Weg zum Bürgerentscheid mit den aktualisierten Argumenten Punkte sammeln. In einem Arbeitskreis will der Verein über die Strategie beraten.
Die Stadt Überlingen wird die Landesgartenschau 2020 ausrichten. Lesen Sie alles Wichtige rund um den Bürgerentscheid und die Landesgartenschau im SÜDKURIER-Themenpaket.

Alle Kommentare 