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26.10.2012  |  von Hanspeter Walter  |  2 Kommentare

Überlingen Bürgerinitiative Bürgersinn will keine Landesgartenschau

Überlingen -  Der Verein Bürgersinn spricht sich ganz vehement gegen die Veranstaltung einer Landesgartenschau 2020 in Überlingen aus. Den Konsens zur Ablehnung ergab eine Umfrage unter den Mitgliedern.

Beim Widerstand gegen die Landesgartenschau können Henning von Jagow, Joachim Betten und Ruth Ruf (von rechts) auf die große Mehrheit ihrer Mitglieder – derzeit sind es 241 – zählen: Bei einer schriftlichen Befragung sprachen sich 150 gegen und nur 15 für die Landesgartenschau aus.  Bild: Walter

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Als Hauptgründe wurden vom Vorsitzenden Henning von Jagow die wachsende Verschuldung der Stadt und die „Überflutung“ mit Besuchern im Gartenschaujahr 2020 genannt. Den erwünschten Bürgerpark im Westen könne man billiger, schneller und einfacher haben, erklärte Joachim Betten und legte dazu die Umsetzung einer der Entwürfe des Wettbewerbs nahe. Wenn man das Vorhaben sofort in Angriff nehme, könne der Park für zwei Millionen Euro schon in zwei Jahren zur Verfügung stehen, zeigte sich Betten überzeugt: „Dann haben wir hier so etwas Ähnliches wie das Ostbad und müssen nicht auf die Gartenschau warten.“ Kosten für das Kakteenhaus kämen noch dazu wie für die Verlegung der Straße. Die Zuschüsse dafür seien unabhängig von dem Event.

Durch eine vorausgegangene Mitgliederbefragung sieht sich der Vorstand in seiner Haltung bestärkt. Von derzeit 241 Vereinsmitgliedern hatten sich 150 gegen die Gartenschau ausgesprochen, allerdings auch 15 dafür. Von dieser Minderheit war wenig zu hören. Lediglich Wolfgang Woerner, ehemaliger Kreis- und Stadtbaumeister, hatte sich schriftlich zu Wort gemeldet, um der Minderheitenposition Gehör zu verschaffen. Woerner lobte neben der hohen Qualität der Ausschreibung die guten Entwürfe des Wettbewerbs und plädierte energisch für die Umsetzung der Landesgartenschau. Eines seiner Hauptargumente war, dass das wertvolle Gelände im Westen vom Gemeinderat sonst für eine massive Bebauung freigegeben werde. Dies wies Stadträtin Sibylla Kleffner (LBU) umgehend zurück: „Ich kenne keinen Gemeinderat, der dort eine Bebauung will.“

Noch klarer war bei der Befragung das Votum der Mitglieder mit 98 Prozent für einen Bürgerentscheid. „Wir bleiben dabei“, sagte von Jagow. „Entweder der Gemeinderat verzichtet von sich aus auf die Gartenschau oder er sollte die Bürger entscheiden lassen.“ Sollte dies nicht der Fall sein, werde der Bürgersinn ein Bürgerbegehren in die Wege leiten. „Dann würde sich das Gremium bis auf die Knochen blamieren“. Strittig war unter den Mitgliedern allenfalls, wann der Bürgersinn in die Offensive gehen solle, um mit überschaubarem finanziellen Aufwand die effektivste Arbeit leisten zu können. Ulrich Thum wollte sofort zum Angriff gegen die Gartenschau blasen, damit sich die Bürger nicht „einlullen“ lassen. „Skandalös“ nannte er die Entwürfe, man könne ja gleich ein Matterhorn bauen und darauf Ananas züchten. Vorsitzender von Jagow dagegen wollte das Pulver nicht zu früh verschießen und auf dem Weg zum Bürgerentscheid mit den aktualisierten Argumenten Punkte sammeln. In einem Arbeitskreis will der Verein über die Strategie beraten.

Landesgartenschau in Überlingen

Die Stadt Überlingen wird die Landesgartenschau 2020 ausrichten. Lesen Sie alles Wichtige rund um den Bürgerentscheid und die Landesgartenschau im SÜDKURIER-Themenpaket.

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Ich denke, dass ein Bürgerbegehren gute Chancen eröffnen würde, dieses unsinnige Prjekt LGS ... mehr ...
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Interessant wäre, ob diese Mitglieder auch damals gegen den Standort der Therme direkt am See ... mehr ...
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