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25.05.2012  |  von  |  0 Kommentare

Überlingen Blässhuhnküken vermutlich alle tot

Überlingen -  Ihr Schicksal bewegt manchen Überlinger. Man konnte ihnen am Sonntag beim Schlüpfen zusehen, nun ist das Nest bei der Bootsvermietung an der Uferpromenade leer.

Gefährlicher Nistplatz an der Überlinger Uferpromenade.

Am Sonntag geschlüpft, war das Nest schon am Dienstag leer.

Vermutlich ein Elternteil der Küken, das an der Promenade umherirrte.  Bild: Hilser

Ein Schatten liegt über dem Nest. Vermutlich handelt es sich bei diesem Blässhuhn um Mutter oder Vater der verendeten Küken. Es irrt an der Überlinger Uferpromenade entlang.  Bild: Hilser

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Redakteur Überlingen

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Wenige Tage nach dem Schlüpfen ist ihr Nest verwaist: Die Blässhuhnküken an der Uferpromenade – davon geht ein Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell aus – sind vermutlich alle tot. „Wenn in Nestnähe keine Blässhuhnfamilie mehr ist, spricht das sehr dafür, dass die Brut verloren ging“, fürchtet Dr. Wolfgang Fiedler. Erst am Sonntag waren sie geschlüpft. Die Küken rutschten wohl in einen Reifen, der einen Dalben umgibt, verendeten dort und gingen unter.

Wie die Bootsvermieterin, hält auch Fiedler den Standort, an dem regelmäßig Blässhühner nisten, für ungünstig. Zwar könnten die Küken nach unten wegtauchen. „Aber offenbar kommt ihnen dieser Gedanke nicht, zumal die Eltern von oben locken.“ Fiedler empfiehlt daher, ein Loch in den Reifen zu bohren, der trotzdem stabil bleibe.

Blässhühner streiten sich am ganzen Bodensee um die besten Reviere. „Jüngere, unerfahrene oder schwächere Vögel können nur noch in weniger geeigneten Uferabschnitten brüten“, erklärt Fiedler. „Solche Bruten kommen fast nie durch.“ Die Nester gehen kaputt oder Fraßfeinde machen sich über die Küken her. Manche Hühner nisten auch auf Booten und nicht jeder Besitzer ist bereit, wochenlang abzuwarten, bis er sein Boot wieder bewegen kann. Allerdings gebe es auch Eigner, „die genau das zugunsten der Blässhühner tun“, lobt Fiedler. Die schwächeren Blässhühner seien für den Gesamtbestand weniger wichtig und als eine Art „Reserve“ anzusehen. Wenn ein gutes Revier frei wird, rücken sie nach und haben dann meist besseren Bruterfolg. Fiedler: „Die Misserfolge der Randgruppen sind viel eher ein Tierschutz- als ein Artenschutzproblem, weil uns die Schicksale natürlich anrühren.“

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