Mein

Überlingen Bis an die Leistungsgrenze

14.02.2012


Vor zehn Jahren hat Avdi Asllani seinen ersten Boxkampf bestritten. Heute ist er Baden-Württembergischer und Süddeutscher Meister und erkämpfte sich im vergangenen Jahr den fünften Platz bei der Deutschen Meisterschaft.

Der 25-Jährige steht zur Wahl für die Auszeichnung „Sportler des Jahres.

Asllani, der in Molliq im Kosovo geboren wurde, lebt seit 1995 in Deutschland. Der CNC-Fräser von der Firma Allweier Präzisionsteile wohnt in Owingen und spielt in seiner Freizeit gerne Fußball. Noch lieber steht Asllani jedoch im Ring. „Ich liebe die Mann-gegen-Mann-Situation. Du gehst so oft an deine Leistungsgrenze und siehst erst im Ring, ob du richtig vorbereitet warst, ob du gut genug trainiert hast“, beschreibt der Boxer das Gefühl zwischen den Seilen.

Der Superschwergewichtler ist das ganze Jahr im Training. Vor den einzelnen Kämpfen wird das Trainingspensum erhöht. „Ich trainiere sechs Mal die Woche. Manchmal sogar zwei Mal täglich“, erzählt der 25-Jährige. Das Training besteht allerdings nicht nur aus Sparrings im Ring und Schlagkombinationsübungen am Sandsack. Asllani muss vor allem Kondition und Schnellkraft trainieren. So gehören Waldläufe ebenso zu seinem Trainingsalltag, wie Kraftübungen, Technik und Analysen der Gegner. „Ein Vorteil mittlerweile ist, dass Avdi nur noch gegen bekannte Gegner boxt. Die können wir vor den Kämpfen im Internet anschauen und analysieren“, verrät Asllanis Trainer Anton Öhler.

Mit dem Blick auf seine Erfolge im vergangenen Jahr, erinnert sich Asllani vor allem jedoch an zwei Kämpfe außerhalb der Meisterschaft: Seine beiden Siege gegen den amtierenden Schweizer Meister und gegen den amtierenden Bayrischen Meister. Während der Kampf gegen letzteren über die Runden ging, war der Kampf gegen den Schweizer Meister ein kurzes Vergnügen für Asllani – sein Gegner ging in der 3. Runde K.o.

Auch in diesem Jahr hat der Boxer wieder große Ziele. Bei der Deutschen Meisterschaft soll 2012 unbedingt eine Medaille herausspringen. „Letztes Jahr hat es leider nicht ganz geklappt“, blickt Asllani etwas enttäuscht zurück. Dass im selben Atemzug für den Boxer klar ist, dass er sowohl den Baden-Württembergischen, als auch den Süddeutschen Titel verteidigen wird, liegt in erster Linie daran, dass beides von einander abhängt. Die Baden-Württembergische Meisterschaft ist nämlich das Qualifikationsticket für die Deutsche Meisterschaft. Ohne Titel keine Teilnahme.

Avdi Asllani steht exemplarisch für die Philosophie seines Boxclubs „Ringtrotters“ Überlingen. „Wir stehen für Integration, holen die jungen Leute von der Straße, auch die, die sich nicht unbedingt draußen so verhalten, wie man es erwartet. Die können sich dann in den Trainingsräumen austoben. Und wir stellen glücklicherweise fest, dass die verschiedenen Nationen untereinander bei uns keine Probleme haben“, zeigt sich Anton Öhler zufrieden mit der derzeitigen Situation im Verein.

Für Asllani wäre der Titel „Sportler des Jahres“ wie das Gefühl einen Kampf zu gewinnen. „Es entscheiden die Wähler, aber es freut mich auch schon, dass meine Leistungen und der Boxclub in der Region anerkannt werden und ich dadurch nominiert bin“, beschreibt der Vorzeigeboxer, was ihm die Wahl zum „Sportler des Jahres“ bedeuten würde.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln