Überlingen Arbeitsvermittlerin: Oft fehlt der Arbeitswille
Ute Fach an ihrem Arbeitsplatz. Bild: Bast
Überlingen – Durch ihre langjährige Erfahrung als Leiterin einer immer noch bestehenden Modelschule und Au-Pair-Agentur, habe sie, sagt Ute Fach, „Erfahrungen gesammelt, welche Menschen zusammenpassen“. Die habe sie bei der privaten Arbeitsvermittlung gut einsetzen können.
Mit ihrer privaten Arbeitsvermittlung hat Ute Fach „Riesenerfolge“, wie sie sagt: Etwa fünf Menschen pro Monat vermittle sie in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis. Bezahlt wird diese Vermittlungsmaßnahme vom Arbeitsamt und vom Landratsamt: Wer nach zwei Monaten Arbeitslosigkeit durch das Arbeitsamt nicht vermittelt wurde, bekommt einen Vermittlungsgutschein im Wert von 2000 Euro vom Arbeitsamt. Damit kann er zu einer privaten Arbeitsvermittlung gehen. Diese erhält die Hälfte der Summe des Vermittlungsgutscheines nach sechs Wochen und die zweite Hälfte dann, wenn der Vermittelte nach einem halben Jahr immer noch im Beschäftigungsverhältnis steht.
Auch jedem Hartz-IV-Empfänger steht ein solcher Vermittlungsgutschein zu, den dann das Landratsamt bezahlt. Sie habe schon viele Hartz-IV-Empfänger vermittelt – aber einfach, sagt Ute Fach, sei das nicht: „Die meisten Hartz-IV-Empfänger haben keine Motivation zu arbeiten und lassen sich nach zwei Tagen krankschreiben.“ Die Ursache sieht sie darin, dass viele Hartz-IV-Familien gar nicht so schlecht lebten. Fach hat ausgerechnet, dass manche Familie, in der nur einer der Partner arbeitet, weniger zum Leben hat. Zumal ihren Schätzungen zufolge 90 Prozent der Hartz-IV-Empfänger einer unangemeldeten Nebentätigkeit nachgingen.
Es gebe schon Menschen, die unverschuldet in finanzielle Not kommen, sagt Fach. Ihnen zu helfen, sei sehr wichtig. Aber es gebe auch viele, die ihre Situation ausnutzten. „Es sollte eine Pflicht sein, arbeiten zu gehen. Man müsste ein Konzept erarbeiten, das Langzeitarbeitslose einbindet.“

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