Madrigalchor der Überlinger Chorgemeinschaft und Sinfonietta Salem gastieren im Großen Saal der Freien Waldorfschule
Überlingen (fw) Unter dem Titel „The Sprig of Thyme“ (Der Thymian-Zweig) hatten der Madrigalchor der Überlinger Chorgemeinschaft mit der Sinfonietta Salem zum Konzert „English Folk Songs“ in den Großen Saal der Freien Waldorfschule eingeladen. Ein Konzert mit besonders erlesener englischer Musikliteratur, das sich viele Besucher nicht entgehen lassen wollten.
Wie gut ihnen diese Musik tat, zeigte intensiver Applaus. Thomas Braun hatte seine Sängerinnen und Sänger – zwei Drittel Frauen, ein Drittel Männer – sowie Musikerinnen und Musiker auf Musik von Ralph Vaughan Williams, Gustav Holst und John Rutter gut vorbereitet und eingestimmt.
Zuerst erklangen a cappella von Ralph Vaughan Williams (1872-1958) „Five English Folk Songs“. Thematisch beispielhaft das erste Lied („The Dark Eyed Sailor“): Viel Liebe, zärtlich, frisch und lebendig besungen von den Frauenstimmen, hegte das junge Mädchen zum dunkeläugigen Matrosen. Sie glaubte nach zwei Jahren nicht mehr an die Wiederkehr von Jung-William. Doch er zeigte ihr den halben Ring, den sie auf dem Meeresgrund wähnte – ein Grund mehr, jetzt zu heiraten. Burschikos-lustig das „Trinklied zu Weihnachten und Dreikönig“ („Wassail Song“), wo dem rechten Auge und Horn des Ochsen zugeprostet wird – und der Magd im blütenweißen Schurz, weil sie die lustigen Sänger einließ. Sänger und Instrumentalisten wussten auch bei der elfstrophigen Suite „The Sprig of Thyme“ – „Der Thymianzweig“ von John Rutter (geboren 1945) mit ihrer Präsizion und Klangbegleitung zu überzeugen.
Das Orchester Sinfonietta Salem bestach zuvor schon mit der „St. Paul's Suite“ (op. 29) von Gustav Holst (1874-1934) und dem mehr ländlichem Charakter entsprechenden Finale.
Nach dem vierten Lied ist „The sprig of thyme“ mit einem fröhlichen und hoffnungsvollen Anfang benannt. Zum Schluss hieß es da in andächtig-ehrfurchtsvollem Gesang: „Es ist sehr gut Bier (Ale) zu trinken / Und es ist sehr gut Wein zu trinken: / Aber bei weitem besser ist's, neben einem jungen Mann zu sitzen, / Der dieses mein Herz gewonnen hat.“
Die Harfe gehörte zum emotionalen „Weidenbaum“ („The willow tree“). Beeindruckend der wiegende Takt in „Der Müller vom Dee“ („The miller of Dee“) mit dem Fagott-Auftakt. Im abschließenden Gesang zum Fluss „Afton“ – der Chor vermittelte frohe, innere Zufriedenheit – hieß es: „Fließe sanft, lieber Afton, störe nicht ihren Traum.“ Maria war eingeschlafen am murmelnden Wasser.
Die Natur und das Leben von Tieren und Menschen in ihr wurden in allen Strophen lebendig besungen, am häufigsten in unterschiedlichen Nuancen die Liebesbeziehungen!