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Ab Mitternacht war's richtig eng

23.10.2006


Da platzte die Stadt aus allen Nähten: Auch die dritte Überlinger Kneipennacht unter dem Motto "Eine Nacht. Zwölf Lokale. Dreizehn Bands" lockte wieder tausende Besucher an. Bereits eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn strömten die Menschen in die Stadt, um bis in die frühen Morgenstunden zu tanzen und zu feiern.

Zwar herrschte in den zwölf Kneipen, Gasthäusern und Cafés schon gegen 21 Uhr drangvolle Enge - ein Zustand, der sich gegen Mitternacht schier ins Unermessliche steigerte, doch störten sich die Tanzlustigen daran nicht im Geringsten: Man bewegte sich auf allerengstem Raum und wusste dabei jeden Zentimeter auszunutzen. Um die Tanzflächen zu erobern, musste sich manch einer aber eine ganze Weile in Geduld üben: Die Warteschlangen vor den Eingangstüren waren häufig sehr lang. Die Feierlustigen wussten sich die Zeit allerdings zu verkürzen, denn Tanzen, so fanden sie, lässt sich's ja auch auf der Straße.

Dabei ist die Kneipennacht nicht nur bei Überlingern beliebt: Die Besucherin Sabina Cossmann ist extra aus Karlsruhe angereist, um das Event zu erleben: "Die Kneipennacht ist einfach super - feiern bis in die Morgenstunden bei guter Musik", schwärmte sie. Und gute Musik gab's wirklich satt: Im Gasthaus "Grüner Baum" sorgte die Konstanzer Band "Dis-Connection" mit Klassikern und Rock-, Pop- und Bluessounds für Stimmung und in der Cocktailbar "Kon Tiki" heizte das Duo "Maybug & Friend" mit Songs von den Beatles, den Stones und Cat Stevens ein. Ein Stockwerk über der Cocktailbar, im "Ristorante Basilico" unterhielt Manfred Feldhaus mit Folk-Songs und im "Parkcafé", in dem die Band "Sonido Caliente" spielte, hatte sich die Latino-Szene eingefunden.

Im "Gasthaus Engel" gab's Blues und Soul von der "Cotton Hall Blues Band", im "Weinhaus Renker" sorgte Gitarrist und Sänger "Jimmy" mit Sounds aus den 60-er und 70-er Jahren für gute Stimmung und im "Café Walker" begeisterte die Band "Cocker Inspiration" mit ihrer Show.

In "Anusch's Pub" spielte "Two a. m." Rock-Klassiker der 70er, 80er und 90er Jahre, im "Wirtshaus zum Gundele" gab's "Plugged Acoustics" von der Band "1-2-Three" und im Rathauskeller rockten vor allem Jugendliche zu den Klängen von "Avid" und "Still no name".

Im "Galgenhölzle" ließen "The Beatpigs" mit saftigem Rock 'n' Roll die Wände beben und auch die Abschlussparty im "Gasthaus zur Krone" mit der Band "On Air" erfreute sich großer Beliebtheit.

So unterschiedlich die Musikrichtungen waren, so verschieden waren auch die Vorlieben der Besucher: Die Menschen verteilten sich gleichmäßig auf die zwölf Kneipen und die ganz Hartgesottenen - von denen es übrigens recht viele gab - fanden sich gegen 1 Uhr zur großen Abschlussparty in der "Krone" zusammen. Allen Veranstaltungsorten statteten aber die wenigsten einen Besuch ab, wie allgemein zu hören war: Vielen gefiel es in der ersten oder zweiten Kneipe so gut, dass sie kurzerhand blieben, wo sie waren. In einem waren sich alle einig: Dass die Stadt eine solche Nacht viel öfter brauchen könne. Der Überlinger Kurt Böhm fand: "Das dürfte gern mindestens einmal im Vierteljahr veranstaltet werden. Vor allem auch im Somme r im Freien. Überlingen ist ja ein Touristenort, da muss man auch was bieten."

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