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12.11.2007  .

150 Akteure werden stürmisch gefeiert

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150 stürmisch gefeierte Chorsängerinnen und -sänger, Instrumentalisten und Solisten wirkten mit bei der vom Männerchor Überlingen veranstalteten "Oper in concert II", das als gigantisches Projekt im rappelvollen Veranstaltungssaal der Waldorfschule für Publikumsfurore sorgte.
Rieger

Knisternde Spannung liegt in der Luft, als die Besucher zuhauf zu der vom Überlinger Männerchor veranstalteten "Oper in concert II" in die Waldorfschule strömen. "Der gemischte Projektchor besteht aus dem Steißlinger Frauenchor "Allegro", den Männerchören Überlingen und Unteruhldingen, dem gemischten Chor Heiligenberg und dem Schülerchor Klasse 7 der Waldorfschule", gibt im Gewühl der vielen Menschen ein Chorsänger freundlich Auskunft. Eingeschlossen der Jugendchor "I giovanni cantanti" samt Stadtorchester, Jugendstreichorchester und den stimmschönen Solisten Stefanie Sembritzki (Sopran), Christopher Hux (Tenor) und Hermann Locher (Bass) wirken ei diesem gigantischen Projekt 150 bestens disponierte, und vom Publikum am Ende stürmisch gefeierten Musiker und Sänger mit.

"Schön wird's", strahlt die zweite Querflötistin, und Reinhard Jaenicke, der mit seiner 7. Klasse der Waldorfschule Teile aus der Lortzing-Oper "Zar und Zimmermann" einstudierte, sieht dem Ereignis mit positiver Spannung entgegen. "Der große Organisator, der alle Fäden in der Hand hält, ist Bernhard Schäuble", erklärt Jaenicke gegenüber dieser Zeitung, der mit seinen 35 Jungen und Mädchen so lange im Musikraum probt, bis sie im zweiten Teil des umfangreichen Programms Bühnenpräsenz zeigen.

Als Thorsten Leonhard in seiner Funktion als musikalischer Gesamtleiter am Dirigierpult erscheint, ist der Veranstaltungssaal rappelvoll bis hoch zur Empore. "Es erwartet Sie ein ganz besonderes Kleinod. Hier erlebt man Jung und Alt in bester musikalischer Verbindung", stimmt Udo Daneke in seinem Grußwort auf das Ereignis ein. Verheißungsvolle Klänge zaubert dann das Stadtorchester mit der spritzig musizierten Ouvertüre zu Mozarts "Zauberflöte" in die große Akustik. "Oh, wenn sie doch nur vor mir stände", schmachtet der Solotenor samtig tremolierend in der Arie des verliebten Tamino in einfühlender Klavierbegleitung der Überlinger Pianistin Chiaki Nagata, die auch acht Stücke verschiedenster Chorformationen begleitet. Mit ihren wunderschön beweglichen, schlackenlosen Stimmen samt charismatischer Ausstrahlung bezaubern dann auch die Solosopranistin und der Solobass im vom Stadtorchester sensibel mitgestalteten Duett "Bei Männern, welche Liebe fühlen".

Für den vierten Zauberflöten-Auszug ("Zum Ziele führt dich diese Bahn") wechselt Leonhard als Dirigent zum linken Bühnenflügel, wo hinter "seinem" Jugendstreichorchester der Jugendchor "I giovani cantanti" positioniert ist. "Sei duldsam und bescheiden", lautet ihre Botschaft, bevor der rotsamtene Bühnenvorhang den Blick freigibt auf den Männerchor. "O Isis und Osiris" lässt Locher unter ihrer Mitwirkung seinen rabenschwarzen, mächtigen Bass aus Grabestiefen zu den total im Bann des Geschehens stehenden Zuhörern strömen. In getragener Feierlichkeit marschieren mit dem Jugendstreichorchester die Priester zu den heiligen Hallen, wo die ergreifende Sakralität im Chor der Priester unter die Haut geht. Hoch konzentriert widmet sich die Jugend der aufgehenden Sonne im prangenden Morgen. Wie durch Geisterhand herbeigezaubert ist der fünfreihig hinter dem Stadtorchester positionierte gemischte Chor, der im homogenen Zusammenwirken mit Streichern, Bläsern und Pauke der Zauberflöte mit den "Strahlen der Sonne" einen inspirierenden Schlußpunkt setzt. "Ein Ohrenschmaus", und "Enorm, was da auf die Beine gestellt wird", hört man in der Pause loben, bevor im zweiten Teil Hörner zum lustigen Jägerchor aus Webers "Freischütz" blasen. "Durch die Wälder, durch die Auen zog ich leichten Sinn's dahin", tändelt es vor bedrohlichem Grummeln angesichts Agathes Liebesglück. Nun die Stimmen des Frauenchors, der in höchsten Tönen den "Jungfernkranz" windet. "O, ich bin klug und weise und mich betrügt man nicht", kündet der gut eingesungene Siebtklässlerchor bei Lortzings "Zar und Zimmermann" im rhythmisch packenden, in Art einer herrlichen Moritat gesungenen "O sancta justicia". Das Schmunzeln der Zuhörer, die gerade noch "Bravo" riefen und pfiffen, gipfelt im Duett der schmachtenden Romanze "Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen". Riesiger, lang anhaltender Publikumsjubel krönt vor der Zugabe das mit "Heil sei dem Tag" in schwungvollem Walzertakt gezündete Feuerwerk guter Laune.

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Autor: GABI RIEGER
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