Diese ließ Joachim Trost mit der anspruchsvollen Ouvertüre aus der Oper „Die Macht des Schicksals“ von G. Verdi beginnen, bei der er den Reichtum an Stimmungen, Klangfarben und Empfindungen in differenzierter Interpretation herausstellte. Motive der Oper klangen bei vibrierenden Streicherpassagen mit expressiven Bläserakkorden gepaart an oder melancholische Holzbläsermelodien und weit gespannte Streicherkantilenen steigerten sich zu fülligem Orchesterklang. Kraftvolle Fortissimoschläge brachten Dramatik, kontrastiert von schönem, reinen Bläsersatz.
Das intimere Solokonzert „Andante und Rondo“ für Viola und Orchester von C. M. v. Weber mit Christoph Link als Solist brachte romantische Klänge. In eingangs warmem Ton trug der Solist das Andante-Thema vor, begleitet von feinen Streicher-Pizzicati. Bei der Variationsfolge standen virtuose Umspielungen der Viola lebendigen Tutti-Zwischensätzen gegenüber, wie sich auch im spritzig eröffneten Rondo ein bunter Wechsel von Couplets und klangfarbigen Refrains vollzog und sich dem Solisten Gelegenheit für virtuose Tonentfaltung bot.
Zupackend und rhythmisch wohlprononciert klang danach der handfeste „Trepak“ aus Tschaikowskys „Der Nussknacker“. Dazu kontrastierten die folgenden romantischen Klänge der „Nocturne“ aus F. Mendelssohns Ballettmusik „Ein Sommernachtstraum“. Lyrisch empfindsam intonierten die Bläser einen schön ausbalancierten und tonreinen Satz, der in melodischem Duktus von den Streichern aufgenommen und letztlich zu großem, fast sinfonischem Orchesterklang gesteigert wurde.
Das hatte sein Gegenstück in der Ouvertüre aus der Oper „Oberon“, dem König der Elfen, von C. M. v. Weber. Weiche Hörnerpassagen mit Streicherantwort ließen die Atmosphäre von Geister- und Elfenwelten entstehen. Weitere Motive verdichtete der Dirigent zu sinfonischem Extrakt und reichem Klangkolorit.
Der zweite Teil der Serenade stand unter dem Motto „Eine Ballnacht in Wien“, angeführt von dem schwungvoll ausmusizierten „Kaiserwalzer“ von J. Strauß. Nach fein verhaltener Introduktion bekam jeder Walzer der Folge seine besondere Dynamik bei wiegender Eleganz des Rhythmischen. Nochmals ein Solokonzert stand mit der „Suite für Violoncello und Orchester“ – „Im Walde“ – von David Popper an. Solist Frank Westphal begann den „Gnomentanz“ mit virtuosen Passagen bei gut abgestimmter Bläserbegleitung. Dann fielen die ersten Regentropfen! Aber das „Andante“ in lyrische samten Ton wie auch der „Reigen“ in tänzerischem Elan wurden nachgeholt. Was hätte nach der kurzen Wetterkapriole das Publikum wieder mehr in Serenadestimmung versetzen können als die schwungvoll und gewitzt gespielte „Tritsch-Tratsch-Polka“ von J. Strauß und die vital angegangene Ouvertüre aus der Operette „Die leichte Kavallerie“ von F. v. Suppé mit hellen Fanfarentönen und schwerblütigen Streicherpassagen! Nicht weniger engagiert hingelegt wurde Offenbachs „Cancan“. Und die Wolken machten dicht, sodass zuletzt auch die Ouvertüre aus der Oper „Die Rheinnixen“ von J. Offenbach stimmungsvolle Auslegung erfuhr. Fast märchenhafte Atmosphäre entstand bei feinnervigen Streicherpartien und schmeichelnder Oboenmelodie mit Harfenbegleitung.
