Tag eins der Verkehrslawine in Stetten: Durch die Vollsperrung der B 31 zwischen dem Saba-Knoten bei Meersburg und dem Dornier-Knoten bei Immenstaad bekommt auf der Umleitungsstrecke Stetten den Verkehr ab. „Der Verkehr ist schlimmer als schlimm, es ist der Wahnsinn. Ich habe abends, wenn ich hier rauskomme, so einen Schädel“, beklagte sich Gabriele Stalzer, die im Bäckerladen direkt an der Bundesstraße in Stetten arbeitet und auch im Ort wohnt. Und Egon Benz von der Sparkasse gleich nebenan ergänzt: „Für Kundengespräche ist der Verkehr ganz schlecht, wir haben hier ein Schaufenster aus den 70er Jahren.“
Im Vorfeld der Vollsperrung und der damit verbunden Umleitung durch Stetten hatte eine Stettener Bürgerinitiative eine Resolution verfasst, in der zunächst für die Dauer der Umleitung (und später auf Dauer) rund um die Uhr Tempo 30 im Ortsbereich von Stetten gefordert wird. Der Gemeinderat hatte beschlossen, diese Resolution auch im Namen des Rates der entsprechenden Behörde zuzuleiten. Tatsächlich hat das Regierungspräsidium Tübingen (RP) verfügt, dass während der Umleitungszeit zwischen 22 und 6 Uhr in der Ortsdurchfahrt von Stetten eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Km/h gilt. Das RP sei der Ansicht, dass tagsüber sowieso nicht schneller gefahren werden könne, berichtete Bürgermeister Siegmund Paul und ergänzte: „Wir werden jetzt einige Tage beobachten, wie schnell der Verkehr fließt und behalten uns vor, gegebenenfalls noch einmal beim RP wegen einer Temporeduzierung auch tagsüber nachzufassen.“
Ab dem 11. Juni 2012 war die B31 zwischen Meersburg und Immenstaad für rund einen Monat gesperrt. Die Umleitung führte unter anderem über Stetten, Markdorf und Kluftern - und zu langen Staus.
