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Sipplingen Sipplinger Holz bringt derzeit einen Gewinn

Revierförster Rolf Geiger, Leiter des Überlinger Amtes für Grünflächen, Umwelt und Forst, ist zufrieden mit dem Gemeindewald. 20 000 Euro Erlös werden erwartet. Trotz des trockenen und langen Sommers wurden keine großen Schäden verzeichnet.

„Der Sipplinger Wald macht derzeit überhaupt keine Probleme. Wir sind hier auf einem sicheren Weg.“ Revierförster Rolf Geiger, Leiter des Überlinger Amtes für Grünflächen, Umwelt und Forst, ist im Gespräch mit dem SÜDKURIER mit dem Wirtschaftswald zufrieden. Für dieses Jahr erwartet er Erlöse von rund 20 000 Euro. Trotz des trockenen und langen Sommers wurden keine großen Schäden verzeichnet. „Wir hatten zwar auch Borkenkäferbefall, aber prozentual bei weitem weniger als anderswo im Bodenseeraum“, erklärt der Experte.

In den zurückliegenden Jahren bewegte man sich in der Gemeinde Sipplingen laut Geiger mit dem Holzeinschlag im normalen Rahmen. „Wir sind immer unter dem Plansoll geblieben“, sagt er in Bezug auf den zehnjährigen Forsteinrichtungsplan, der in diesem Jahr neu aufgestellt wird. Der Forstfachmann macht darauf aufmerksam, dass Sipplingen im Bodenseekreis an unterster Stelle in Bezug auf die zufällige Nutzung liege. Er erläutert: „Damit sind alle Nutzungsmaßnahmen gemeint, die nicht geplant waren, wie etwa durch Sturm oder Borkenkäfer verursachte Schäden.“

Die allgemeine Tendenz gehe zur Buche, sie breite sich aufgrund ihrer schnellen Verjüngung flächenmäßig aus. „Wir müssen aktiv Nadelholz einbringen, sonst wird dessen Anteil immer geringer.“ Grund sei, dass man aus wirtschaftlichen Gründen einen gewissen Nadelholzanteil benötige. So wolle man vor allem auf der Nordseite des Waldes am Sipplinger Berg, der nässer sei als die Südseite, Nadelholz pflanzen.

Der Sipplingen Wald sei nicht zertifiziert, beispielsweise nach PEFC (Endorsement of Forest Certification) oder Forest Stewardship Council (FSC). Es habe bislang keine Notwendigkeit bestanden, ein entsprechendes Verfahren auf den Weg zu bringen. „Wir können das Sipplinger Holz nach wie vor problemlos ohne ein Zertifikat verkaufen. Die Gemeinde kann sich das Geld für dieses Verfahren sparen.“

Der Nadelstammholzpreis, insbesondere Fichte, ist Geiger zufolge zum Jahresende „um ein paar Euro“ gesunken, aufgrund von Stürmen in Bayern im Spätfrühling und infolge des trockenen Sommers. „Unterm Strich ist der Preis noch immer relativ gut und die wirtschaftliche Situation für die Waldbesitzer sehr befriedigend.“ Buche habe sich in Bezug auf die Absatzmöglichkeit etwas verbessert.

Problem seien die Möbelindustrie und der Innenausbau, weil Buche hier nicht mehr besonders gefragt sei. Geiger erklärte: „Furnierholz spielt gar keine Rolle mehr. Früher hatten wir in Sipplingen gute Erlöse.“ Man könne Buchenstammholz zwar an verschiedene Kunden verkaufen, aber die Preise seien nicht überragend. Brennholz gehe nach wie vor gut, der Absatz an Industrieholz sei etwas zurückgegangen. „Aber insgesamt ist die Marktlage durchaus noch befriedigend. Wir können im Moment damit gut leben, der Wald wirft Erträge ab“, sagt Geiger. Sicherlich sei der Sipplinger Wald aufgrund seiner Größe für den Gemeindehaushalt von keiner Relevanz, „aber wenn 20 000 Euro übrig bleiben, ist das immer noch besser als ein Zuschussbetrieb.“


Sipplinger Wald

Die Wälder um Sipplingen wurden einst von der Waldkiefer, später von der Eiche dominiert. Vor rund 2500 Jahren verdrängte die Buche die Eiche auf fast allen Standorten. Hätte der Mensch nicht gestaltend eingegriffen, würden heute in der Sipplinger Steiluferlandschaft lediglich Buchenwälder wachsen. In den Wäldern im Norden an den Steilhängen ist eine forstwirtschaftliche Nutzung in der Regel nicht sinnvoll. Hier etablieren sich daher sehr naturnahe Waldgesellschaften und urwaldartige Waldbilder. Sie sind Lebensraum einer artenreichen Flora und Fauna. Die Waldfläche im Bodenseekreis beläuft sich auf 18 800 Hektar, davon entfallen 189 Hektar auf den Sipplinger Gemeindewald. Er wirft in diesem Jahr voraussichtlich einen Gewinn von 20 565 Euro gegenüber 12 675 Euro im Vorjahr ab. 1400 Festmeter Holz sollen eingeschlagen werden, wodurch inklusive der Erschließung Einnahmen von 82 715 Euro erwartet werden. Demgegenüber stehen kalkulierte Ausgaben von 62 150 Euro, was ein Überschuss von 20 565 Euro ergibt. Ein halber Hektar soll neu bepflanzt werden, auf zwei Hektar ist Jungbestandspflege und auf drei Hektar mechanische Kultursicherung geplant.

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