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Sipplingen Sipplinger Gemeinderat spricht sich gegen Aquakultur aus

Das Gremium und der Bürgermeister haben "grundsätzliche Bedenken" wegen Massentierhaltung und Beeinträchtigung der Wasserqualität.

Sipplingen (hk) Gegen die viel diskutierten Felchenzucht-Pläne im Überlinger See hat sich der Gemeinderat Sipplingen ausgesprochen. „Die grundsätzlichen Bedenken sind da“, fasste Bürgermeister Anselm Neher die Diskussion zusammen. Die sogenannte Aquakultur, die das Absinken der Fischfangquoten auffangen soll, wird in einer der kommenden Gemeinderatssitzung noch einmal auf den Tisch kommen, dann eventuell in Anwesenheit von Roland Schick, Leiter der Analytik bei der Bodensee-Wasserversorgung.

Am Ostufer des Bodensees plant eine Fischerei-Genossenschaft, im Überlinger See bis zu 600 Tonnen Felchen pro Jahr zu züchten. Dazu wären zehn bis zwölf Gehege mit einem Durchmesser und einer Tiefe von jeweils bis zu 30 Metern nötig. Gemeinderat Clemens Beirer (CDU) hatte in der Zusammenkunft im März das Vorhaben in großen Netzgehegen angesprochen, nachdem sich der Landesfischereiverband Baden-Württemberg gegen Felchenzucht-Pläne im Bodensee ausgesprochen hatte, weil er darin Gefahren für Umwelt, Trinkwasserqualität und Berufsfischer sieht. Das Ratsgremium war einhellig der Meinung, dass dieses Thema gerade für die Seeanrainer und insbesondere für die Gemeinde Sipplingen als Trinkwassergemeinde von großer Bedeutung sei.

Aus diesem Grund hatte Neher den Bürgervertretern einen offenen Brief des BUND gegen Aquakultur an Peter Hauk, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, zur Kenntnis gegeben. Darin fordern 32 Organisationen und Verbände aus Deutschland, Schweiz und Österreich den Minister auf, die Aquakultur nicht weiter zu unterstützen, da diese ihrer Meinung nach eine Form der Massentierhaltung darstelle und mit massiven Beeinträchtigungen für die Wasserqualität und Umwelt einhergehe. Auch befürchtet man eine Störung des Landschaftsbildes und der Freizeitnutzung des Sees sowie eine große Beeinträchtigung für die hiesige Berufsfischerei.

Gemeinderat Beirer sagte jetzt, die Gemeinde sollte auf jeden Fall Stellung beziehen und das Vorhaben „vehement“ ablehnen. „Der Bodensee ist dafür gar nicht geeignet, der Schaden wäre wesentlich größer als der Nutzen“, sagte er. Elisabeth Lohrer (CDU) fügte an, dass die Angelegenheit in einer Resolution enden sollte, „sonst hat das Ganze keinen Sinn“.

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