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Salem Typisierungsaktion am Sonntag: Jeder könnte Lucas' Lebensretter sein

Ulrike und Christof Tylla aus Salem-Mimmenhausen zählen die Tage bis zum 27. Februar. Ihr zweijähriger Sohn Lucas ist an Leukämie erkrankt. An diesem Sonntag bietet die DKMS eine Typisierungsaktion im Salemer Bildungszentrum an.
Zum Thema: Die Typisierungsaktion

Markus Baur (rechts), der ehemalige Kapitän der Handball-Nationalmannschaft, signiert die Bälle, die der Sportausrüster Paul Grünvogel aus Überlingen-Hödingen gestiftet hat. Sie werden am 27. Februar bei der Typisierungsaktion verkauft. Christof Tylla (links), der Vater des an Leukämie erkrankten Lucas, freut sich über die Hilfsbereitschaft.
Markus Baur (rechts), der ehemalige Kapitän der Handball-Nationalmannschaft, signiert die Bälle, die der Sportausrüster Paul Grünvogel aus Überlingen-Hödingen gestiftet hat. Sie werden am 27. Februar bei der Typisierungsaktion verkauft. Christof Tylla (links), der Vater des an Leukämie erkrankten Lucas, freut sich über die Hilfsbereitschaft. | Bild: BILD: Schober

Sie hoffen und beten, dass für ihren an Leukämie erkrankten zweijährigen Lucas ein geeigneter Stammzellenspender gefunden wird, wenn die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) am übernächsten Sonntag, 27. Februar, im Salemer Bildungszentrum eine Typisierungsaktion anbietet. Und Lucas' Eltern hoffen, dass sich möglichst viele angesprochen fühlen. Denn jeder Einzelne zählt. Weil jeder, der sich ein paar Tropfen Blut abnehmen lässt, möglicherweise Lucas' Lebensretter sein könnte.

Er ist ein richtiger Wonneproppen, der kleine Lucas. Aber er ist todkrank. Doch die lebensbedrohliche Situation ist dem kleinen Jungen mit den neugierig in die Welt dreinblickenden Augen nicht bewusst. Dafür ist er noch zu klein. Aber seine Eltern machen seit fast einem Jahr ein seelisches Martyrium durch.

Alles begann zunächst ganz harmlos: Mit einem grippalen Infekt und Hüftschnupfen (Bewegungsschmerzen in den Hüften) brachten Ulrike und Christof Tylla ihren Lucas zum Arzt. Die anschließende Diagnose im März vergangenen Jahres war niederschmetternd: Es wurde festgestellt, dass Lucas an akuter lymphoblastischer Leukämie (kurz ALL) erkrankt ist. „Man fühlt sich, als ob man keinen Boden mehr unter den Füßen hätte, wenn man mit einer solchen Diagnose konfrontiert wird“, erzählt Lucas' Vater – und sein Gesicht versteinert sich dabei. Dann schweigt er erst mal eine Zeitlang. In seinem Haus in der Gartenstraße in Mimmenhausen herrscht totale Stille. Lucas befindet sich augenblicklich zu einer Cortisonbehandlung in der Uni-Klinik in Ulm. Und seine Mutter auch. Sie ist noch keine Minute von Lucas' Seite gewichen, wenn er in die Klinik musste.

Sie ist Tag und Nacht bei ihm, schläft auf einer Pritsche neben seinem Krankenbett. Auch jene fünf Wochen im vergangenen Herbst, als Lucas einer intensiven Chemotherapie unterzogen wurde. Drei Wochen durfte sie nicht einmal einen einzigen Schritt aus Lucas' Krankenzimmer machen, weil sich der kleine Patient auch noch eine Virusinfektion eingefangen hatte und die Gefahr bestand, dass sich der Virus in der Klinik ausbreiten könnte.

Das waren lange drei Wochen für Lucas' Mama. Aber sie hat sie tapfer durchgestanden. Es ist die Hoffnung, die Lucas' Eltern so stark macht. Auch die Hoffnung, dass sich bei der Typisierungsaktion am übernächsten Sonntag doch noch jemand findet, der Lucas' Leben mit seinen Stammzellen retten könnte. Bislang war die weltweite Suche nach einem für Lucas passenden Stammzellspender erfolglos, obwohl Gewebetypisierungen von über 14 Millionen Menschen vorliegen.

„Was könnte es da für einen Menschen Erfüllenderes geben, als wenn er sich durch unsere Typisierungsaktion in Salem am 27. Februar als Lebensretter für den kleinen Lucas herausstellen würde?“, hofft Bürgermeister Manfred Härle, dass sich „jeder in der Pflicht fühlt, zu helfen“. Er hat nicht nur spontan zusammen mit Markus Baur aus Mimmenhausen, dem ehemaligen Kapitän der deutschen Handballnationalmannschaft und augenblicklichen Trainer des Handball-Bundesligisten TuS Nettelstedt-Lübbecke, die Schirmherrschaft für die Typisierungsaktion übernommen, sondern wird am 27. Februar mit Markus Baur auch mit gutem Beispiel voran gehen und sich typisieren lassen. Beide setzen sich auch mit allen ihren Möglichkeiten dafür ein, dass nicht nur viele Menschen zu der Typisierungsaktion gehen, sondern dass auch Spenden zu deren Finanzierung hereinkommen.

„Als Vater von drei Gott sei Dank gesunden Kindern kann ich nachfühlen, welche Hoffnungen Lucas' Eltern in die diese Aktion stecken“, sagt Markus Baur. „Da ist es doch selbstverständlich, dass man hilft, wo man kann.“ Er lässt in Bezug auf Spenden alle seine Beziehungen zu Handballern und Firmen spielen. Am 27. Februar werden auch 50 Hand- und Fußbälle verkauft, die der Sportausrüster Paul Grünvogel aus Überlingen spendiert hat und die von Markus Baur signiert werden.

Der an Leukämie erkrankte zweijährige Lucas.
Der an Leukämie erkrankte zweijährige Lucas.

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