Salem Tag der Hoffnung für Lucas

Salem – Der lebensbedrohliche Zustand des zweijährigen Lucas Tylla aus Salem bewegt eine ganze Region. Der kleine Junge ist vor einem Jahr an Leukämie erkrankt.

Ihm kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen. Um einen geeigneten Knochenmarkspender zu finden, führt die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) am morgigen Sonntag, 27. Februar, im Salemer Bildungszentrum an der Schlossseeallee von 10 bis 16 Uhr eine Typisierungsaktion durch.

Ulrike und Christof Tylla, Lucas' Eltern, hoffen, dass sich möglichst viele Menschen an der Typisierungsaktion beteiligen. Denn unter den weltweit 14 Millionen Menschen, deren Gewebemerkmale in Datenbanken registriert sind, ist keiner darunter, der als Stammzellspender für den kleinen Lucas in Frage kommt. „Dafür bedarf es eines genetischen Zwillings“, weiß Martina Wanner von der DKMS, wie gering die Trefferquote ist. Sie erhöht sich aber mit jedem einzelnen, der sich typisieren lässt. Daher hoffen die 11 000 Einwohner von Salem mit Lucas' Eltern, dass sich auch Menschen aus der ferneren Umgebung aufgerufen fühlen, an der Typisierungsaktion teilzunehmen. Denn sie ist vielleicht die letzte Chance, das Leben des kleinen Jungen zu retten.

An der Typisierung können sich alle Menschen zwischen 18 und 55 Jahren beteiligen, die an keiner chronischen Krankheit leiden. „Das tut nicht weh und kostet auch nicht viel Zeit“, versichert Martina Wanner von der DKMS. Bei der Typisierungsaktion werden lediglich fünf Milliliter Blut -das ist ein kleines Schnapsgläschen voll- abgenommen, das anschließend in einem Labor auf die Übereinstimmung mit den Gewebemerkmalen des kleinen Lucas hin untersucht wird. Sollte sich ein genetischer Zwilling finden, dann werden -dessen Einverständnis vorausgesetzt- Stammzellen von ihm entnommen und dem kranken Lucas übertragen. In den meisten Fällen werden die Stammzellen heute nicht mehr aus dem Hüftknochen gewonnen, sondern aus dem Blut des Spenders.

Im März vergangenen Jahres wurde bei Lucas die Leukämieerkrankung festgestellt. Für seine jungen Eltern ist damals eine Welt zusammengebrochen. Kurz vor Weihnachten schien sie wieder in Ordnung, als die Ärzte feststellten: Die Chemotherapie hat angeschlagen, der Blutkrebs ist weg. Allerdings nur für kurze Zeit. Am 13. Januar war der Blutkrebs schon wieder da. Seitdem steht fest: Dem kleinen Lucas kann nur noch eine Stammzelltransplantation helfen.

Salems Bürgermeister Manfred Härle und der aus Salem stammende Ex-Handballweltmeister Markus Baur haben spontan die Schirmherrschaft für die Typisierungsaktion übernommen. Denn die kostet Geld. Jede Blutuntersuchung kostet 50 Euro, die nicht von der Krankenkasse getragen werden. Sie müssen über Spenden finanziert werden. Die Hilfsbereitschaft ist groß. Viele Privatpersonen, Vereine, Firmen und Institutionen haben schon ihr Scherflein gegeben. 60 000 Euro kamen bisher zusammen. Wahrscheinlich reicht dies aber noch nicht, um die Kosten für die Typisierungsaktion zu decken.

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