Salem Suche nach Spender geht weiter

Salem – Knappe fünf Wochen liegt nun die Typisierungsaktion für den zweijährigen, an Leukämie erkrankten Lucas Tylla aus Salem-Mimmenhausen zurück. Die Hoffnung hinter der Aktion war ganz klar, einen geeigneten Stammzellspender zu finden, der das Leben des kleinen Jungen retten könnte.Die meisten der abgegebenen Blutproben sind inzwischen untersucht.

Die Spenden zur Finanzierung der Typisierungsaktion am 27. Februar in Salem fließen weiter. Susanne Strauß (links) und Annemarie Rayczyk (rechts) übergaben Bürgermeister Manfred Härle nun einen Scheck über 1000 Euro.
Die Spenden zur Finanzierung der Typisierungsaktion am 27. Februar in Salem fließen weiter. Susanne Strauß (links) und Annemarie Rayczyk (rechts) übergaben Bürgermeister Manfred Härle nun einen Scheck über 1000 Euro. | Bild: Bild: Schober

„Aber leider wurde noch kein geeigneter Spender für Lucas gefunden“, bedauert Sabrina Grupp von der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Die Spendenbereitschaft zur Finanzierung der Typisierungsaktion ist indessen noch nicht versiegt.

Der Aufruf zu der Typisierungsaktion am Sonntag, 27. Februar, hatte eine unerwartet große Hilfsbereitschaft ausgelöst. Nicht nur, dass an jenem Sonntag 7327 Menschen zur Blutentnahme gekommen sind, um sich typisieren zu lassen – auch finanziell wurde die Aktion in großem Stil unterstützt, und wird es immer noch.

Bürgermeister Manfred Härle hat zusammen mit dem ehemaligen Kapitän der Handball-Nationalmannschaft, Markus Baur aus Mimmenhausen, die Schirmherrschaft für Aktion übernommen. Jetzt hat er wieder einen Spendenscheck über 1000 Euro entgegengenommen. Die Aerobicabteilung des Turn- und Sportvereins Mimmenhausen spendet die Einnahmen ihres Frühjahrs-Aerobickurses. „Uns ist es ein Herzenswunsch, dass dem kleinen Lucas geholfen werden kann“, sagten Abteilungsleiterin Annemarie Rayczyk und Kursleiterin Susanne Strauß.

Unter den Blutproben, die bisher in Labors in den USA untersucht wurden, konnte nach Auskunft der DKMS allerdings noch kein geeigneter Stammzellspender für Lucas gefunden werden. „Um einen genetischen Zwilling zu seinen Gewebemerkmalen zu finden, ist wie die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen“, sagt Sabrina Grupp von der DKMS. „Aber es stehen ja noch etliche Blutuntersuchungen aus, und laufend kommen neue Ergebnisse in die weltweiten Datenbanken, die laufend abgeglichen werden“, ergänzt sie – und hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Auch Lucas Eltern, Christof und Ulrike Tylla, hoffen nach wie vor. „Im Moment geht es Lucas ganz gut, er fühlt sich wohl und lächelt wieder“, erzählt Ulrike Tylla. Die Cortison-Behandlung, die er seit der Typisierungsaktion in der Uni-Klinik in Ulm bekommen hat, hat ihn zwar aufgemöbelt, aber die lebensbedrohliche Krankheit ist da.

Wenn wirklich kein genetischer Zwilling gefunden wird, dann wollen es die Ärzte möglicherweise mit dem Blut von Lucas' Vater versuchen. Er hat zwar kaum etwas gemein mit den Gewebemerkmalen seines Söhnchens. Deshalb würde alles bis auf die wirklichen Stammzellen aus seinem Blut herausgefiltert, wenn es zur Transplantation käme. Damit reduzieren sich aber auch die Chancen für den Erfolg der Transplantation.

Trotz aller Sorgen um ihren Lucas freuen sich seine Eltern nach wie vor über die große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung. Mit 7327 Menschen war die Typisierungsaktion am 27. Februar die größte in der 20-jährigen Geschichte der DKMS – aber auch die Teuerste. Für eine Blutuntersuchung fallen 50 Euro Kosten an. Für die Typisierungsaktion in Salem summieren sich so die Kosten auf insgesamt rund 367 000 Euro. Die sind, sagt Sabrina Grupp von der DKMS, mittlerweile bis auf wenige tausend Euro durch Spenden zusammengekommen. „Schön wäre es, wenn diese Spendenbereitschaft jetzt noch dadurch belohnt werden würde, dass sich ein Stammzellspender für Lucas finden würde“, sagt sie. Umsonst sei es aber nicht gewesen, wenn man sich hat typisieren lassen. Dann kann man vielleicht einem anderen Menschen helfen. Diejenigen, deren Blut untersucht sei, seien in die Spenderdatei aufgenommen worden und kämen nun als Stammzellspender in Frage.

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