Mein

Salem Schule Schloss Salem: Kurt-Hahn-Archiv wiedereröffnet

Anfänge der Schule Schloss Salem werden mit der Eröffnung des Kurt-Hahn-Archivs wieder lebendig. Das Archiv wurde im Verlauf der Altsalemer-Pfingsttagung wiedereröffnet.

Neue Welten taten sich in den Anfangsjahren für viele Kinder und Jugendliche der 1920 von Kurt Hahn und Max Prinz von Baden gegründeten Schule Schloss Salem auf. Einige Facetten davon beleuchtete Kulturhistorikerin Brigitte Mohn bei der Wiedereröffnung des Kurt-Hahn-Archivs in den Räumen des Kreiskulturamts. Mohn ließ vorzugsweise einige der damaligen Schüler selbst zu Wort kommen, darunter Monika und Golo Mann, die Hamburger Bankierstochter Ingrid Warburg oder den Berliner Verlegersohn George Mosse. Monika Mann hatte sich selbst als aufsässige und notorische Schulschwänzerin geoutet und wusste, warum sie 1924 nach Salem geschickt wurde. Einige Jahre später schildert Ingrid Warburg humorvoll ihren Misserfolg bei der Aufgabe, zwei Kühe der Schule zu hüten. Ein Mitschüler berichtete, wie Kurt Hahn auch seine Lehrer kritisch begleitete und einem erfolglosen Pädagogen ins Stammbuch schrieb: „Sie müssen das Lächeln lernen.“

Die historische Bibliothek des ehemaligem Klosters Salem hatte Landrat Lothar Wölfle in seiner Begrüßung als „guten Ort“ bezeichnet, um die Wiedereröffnung des Kurt-Hahn-Archivs feierlich zu begehen. Schließlich sei an dieser Stätte vor mehr als 93 Jahren auch die Gründung der Schule Schloss Salem erfolgt. Brigitte Mohn habe als Mitarbeiterin des Kreisarchivs wesentlichen Anteil daran, dass zumindest große Teile des Kurt-Hahn-Archivs wieder öffentlich zugänglich gemacht werden könnten.

Wölfle dankte der Schule „für das Vertrauen, dieses wertvolle Erbe verwalten zu dürfen“, das jedoch in deren Eigentum bleibe. Der Bodenseekreis werde sich „anstrengen, dieser Verantwortung gerecht zu werden“. Auch der Kulturstiftung Baden-Württemberg und den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken dankte der Landrat, dass sie die finanziellen Mittel bereit gestellt hätten, eine Aufarbeitung zu ermöglichen. Viel hätten die Mitarbeiter des Kreisarchivs hier schon geleistet, allerdings gebe es noch einiges zu tun.

Mehr als nur die Geschichte der Schule verbirgt sich für Bernd Westermeyer, Gesamtleiter der Schule Schloss Salem, im Kurt-Hahn-Archiv. Vielmehr schlummerten hier die ganze Geisteshaltung und die Grundprinzipien des Schulgründers als dessen pädagogisches Erbe, das für die heutige Zeit gesichert sei. Für die Aufarbeitung dankte Westermeyer dem Bodenseekreis „im Namen aller Geschichtskollegen“, insbesondere aber auch Geschichtslehrer Martin Kölling, der sich zuvor schon sehr engagiert habe.

Als Präsident der Kurt-Hahn-Stiftung würdigte Dankwart von Schultzendorff den Einsatz für das Archiv. Dass Salem bis heute immer wieder als „Schule der Reichen und Adligen“ gelte, werde als Handicap insbesondere deutlich, wenn man ab und zu in die Regenbogenpresse blicke. Dabei investiere gerade die Kurt-Hahn-Stiftung derzeit jährlich rund 600 000 Euro in Stipendien, damit „nicht nur Prinzen und Bonzen“, sondern auch weniger Privilegierte die Schule besuchen könnten. Dies noch zu steigern und eine „Stipendiatenschule“ aufzubauen, nannte von Schultzendorff als Ziel und bat dafür um weitere Unterstützung.

Anspruchsvoll mit Musikstücken umrahmt wurde der Festakt von Schülerinnen und Schülern. Liu Jia interpretierte auf dem Klavier Chopins „Kleine Revolutionsetüde“, Sopranistin Caroline Jakobi sang eine Mozart-Arie aus „ Cosi fan tutte“ und auf der Viola war schließlich Kyung Woo Kim zu hören, der tags zuvor noch beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ ein gutes Resultat erzielt hatte.

Sichern Sie sich jetzt SÜDKURIER Digital und erhalten Sie dazu das iPad Air 2. Sie erhalten damit die Digitale Zeitung und Zugang zu allen Inhalten bei SÜDKURIER Online.
Exklusive Bodenseeweine
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Salem
Salem
Salem
Salem
Salem
Salem
Die besten Themen
Kommentare (1)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017