Salem Schlosssee-Umgestaltung: Zwischenbilanz fällt gut aus
Während der Sanierungsarbeiten am Schlosssee wurden die Bürger Salems umfassend an Schautafeln über die Einrichtung des Naturerlebnisparks informiert. Bild: Schober
– Die Schlussabrechnung für die Umgestaltung des Schlosssees zum Naturerlebnispark und die Revitalisierung des Badebereichs hat die Gemeindeverwaltung am Dienstagabend in öffentlicher Sitzung dem Gemeinderat vorgelegt. Mit 1,53 Millionen Euro liegen die Kosten nur geringfügig über den von der Überlinger Planstatt Senner angestellten Vorberechnungen von 1,5 Millionen Euro. Einschließlich verschiedener Maßnahmen, die größtenteils sowieso hätten vorgenommen werden müssen, summierten sich die Ausgaben in den Jahren 2010 und 2011 auf knapp 1,7 Millionen Euro. Für die nächsten Jahre sind noch einige weitere Einrichtungen zur Steigerung der Attraktivität geplant.
Landschaftsarchitekt Johann Senner nutzte die Gelegenheit, die fast dreijährige Planungs- und Bauphase noch einmal zu rekapitulieren. „Das war auch für uns als Planungsbüro ein ungewöhnliches Projekt mit anfangs vielen Fragezeichen“, blickte Senner zurück. Denn es hätten die vielen Funktionen des Schlosssees als Erholungsraum, als Freibad, als Fischfanggewässer und als Naturraum berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig sei man mit manchen kniffligen technischen Fragen konfrontiert gewesen. „Aber“, so Senner, „wie ich den Eindruck habe, ist der Schlosssee, so wie er jetzt ist, bei der Bevölkerung gut angekommen.“ Das führte Senner nicht zuletzt auch auf den laufenden Optimierungsprozess zurück, dem man die Planungen im Zusammenwirken mit der Bevölkerung und den Nutzern des Schlosssees unterworfen habe.
Dass die Kosten für die Entschlammung und Revitalisierung des Badebereichs, den Rundweg, den Wasserspielplatz und das neue Sanitärgebäude nur um 32 000 Euro über den Kostenberechnungen lagen, hielt Bauamtsleiter Manfred Meschenmoser für gut vertretbar, zumal der unerwartet frühe Wintereinbruch und ein ungewöhnlich hoher Grundwasserstand zu nicht vorhersehbaren Mehrkosten geführt habe.
Auch bei der staatlichen Förderung trat Unerwartetes ein – allerdings im positiven Sinn. „Wir haben aus dem Ausgleichsstock des Landes 200 000 Euro mehr erhalten als wir kalkuliert hatten“, berichtete Kämmerer Michael Lissner. Statt 100 000 gab es 300 000 Euro. Zusätzlich flossen 443 000 Euro aus der Tourismusförderung in die Gemeindekasse. Das entspricht einem Fördersatz von 48,5 Prozent auf die Gesamtkosten, wobei es zu berücksichtigen gilt, dass die Entschlammung und die Revitalisierung des Badebereichs als Unterhaltungsaufwendungen nicht zu den förderfähigen Kosten zählten.
An die Entschlammung erinnert noch das Spülfeld mit dem ausgetrockneten Schlamm westlich des Schlosssees. Gemeinderat Wolfgang Bauer (CDU) erkundigte sich, was mit diesem Schlamm geschehen soll. Wie Bürgermeister Manfred Härle erklärte, besteht eine Option darin, dass der Schlamm im Zuge der Ausgestaltung des Bereichs an der Schlossseeallee zu einer neuen Gemeindemitte für die Modellierung einer in die bisherigen Überlegungen einbezogenen Outdoor-Anlage verwendet werden könnte. Härle verwies jedoch auf die Genehmigung, den Schlamm erst einmal an Ort und Stelle zwischenlagern zu dürfen. „Er stört hier ja auch niemanden“, findet Härle.
Ursula Hefler (FWV) regte einen runden Tisch mit allen Beteiligten an, um, ehe man weitere Bausteine in Angriff nimmt, zu eruieren, wo man das eine oder andere am jetzigen Zustand der Anlage optimieren könnte. Explizit dachte Hefler an die Fischer. Härle hielt das für eine gute Idee.
Als nächster Baustein ist, wie Bürgermeister Härle in seiner Neujahrsrede erklärte, für 2013 ein Abenteuerspielplatz geplant. Dabei ist daran gedacht, die westliche Insel im Schlosssee als Robinson-Crusoe-Insel auszugestalten.
