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Salem SPD-Minister Schmid eröffnet als Schlossherr Salemer Klostermuseum

SPD-Minister lobt Sanierung des Landesbesitzes. Viele Besucher nutzen Tag der offenen Tür.

Der gestrige Sonntag wird in und für Schloss Salem als besonderer Tag in Erinnerung bleiben. Nils Schmid, stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg und als Finanz- und Wirtschaftsminister gleichzeitig für „Staatliche Schlösser und Gärten“ zuständig, zu denen auch Schloss Salem seit fünf Jahren gehört, war eigens angereist: Er eröffnete in Kloster und Schloss offiziell das Zweigmuseum „Meisterwerke der Reichsabtei“ des Badischen Landesmuseums Karlsruhe als Klostermuseum.

In diesem Museum steht nun der Flügelaltar von Bernhard Strigel aus dem Jahr 1508 ganz im Blickpunkt. Er war für die damalige Marienkapelle des Klosters hergestellt worden. Auf der Innenseite des linken Altarflügels ist die Geburt Jesu als erstes Nachtbild in der deutschen Malerei zu sehen – in dunkler Nacht einzig der neugeborene Heiland in strahlendem Licht. Beim Festakt im Münster begrüßte Annette Ipach-Öhmann vom Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg in erster Linie den „obersten Chef“ der Denkmalschützer, Finanzminister Nils Schmid, und namentlich viele andere Vertreter des Genres Denkmal und Museum. Sie dankte ihnen für „engagierte und professionelle Arbeit“ in Salem in der Darstellung von der Gründungs- und Baugeschichte vom Hochmittelalter zum Spätbarock, vom Stifter Guntram von Adelsreute über Abt Ulrich II. von Seelfingen (1282 bis 1311), der den Münsterbau begonnen hat, bis zu Franz Beer und seiner barocken Gesamtanlage. Die Äbte des monastisch-künstlerischen Höhepunktes im 18. Jahrhundert, Konstantin Miller (1725 bis 1745), und Anselm II.

Schwab (1746 bis 1778), sind in großer bildlicher Darstellung mit dem zisterziensische Bescheidenheit sprengenden Vierungsturm fürs Münster vertreten. Auch der bekannte Klosterstuckateur Joseph Anton Feuchtmayer beeindruckt mit seinem Skulpturenzyklus für den ehemaligen Marstall.

Minister Schmid verband den Eröffnungstag mit dem Konzilsjubiläum in Konstanz: „Das Land schreibt die Geschichte weiter mit Salem als Zentrum für Kultur.“ Millionenbeträge waren es fürs Land beim Kauf und weiter auch bei der Abwicklung der einzelnen Bauabschnitte, um die 900-jährige Anlage zu erhalten und der Öffentlichkeit näherzubringen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Schmid. Das neue Info-Zentrum in der Orangerie erleichtere den Zugang zu diesen 900 Jahren. Der Minister freute sich, dass im Jahr 2013 von den 3,6 Millionen Besuchern in den zahlreichen Schlössern des Landes 110 000 auf Salem entfallen. Er wünschte weiterhin „viel Freude und Zulauf.“

Für viele Menschen aus Salem, dem Linzgau, selbst aus Travemünde im Norden und Unterhaching im bayerischen Süden war dies Grund genug, den Tag des offenen Denkmals zu einem Besuch des neuen Museums zu nutzen. Alle waren über die aus Kloster Salem stammende und zu ihm jetzt wieder heimgekehrte Kunst hellauf entzückt.

Zum Museum gehört auch die „Feuerwache“ aus dem letzten Jahrhundert der Salemer Zisterziensermönche: Sie hatten auf die große Brandkatastrophe im Frühjahr 1697 mit dem Erwerb und Einsatz damals bestmöglicher Brandschutztechnik reagiert. Viele Beispiele sind in der Prälatur zu bestaunen: Eine Eimerkette, erste Schläuche und eine Rosenlecherspritze. Salem setzte im 19./20. Jahrhundert – infolge historischer Entwicklung dann im Besitz der badischen Markgrafen – die Tradition dieser Technik fort: Ein paar Schritte von der Prälatur entfernt stehen im „Sennhof“-Areal eindrucksvolle Exponate im „Neuen Feuerwehrmuseum.“ Das Gebäude ist vielen noch als „Neues Museum“ in Erinnerung. Erste Informationen zum klösterlichen Leben der Zisterzienser und zur Geschichte Salems und so auch zum Inhalt der Museen liefert das ebenfalls gestern eröffnete neue Besucherzentrum in der Orangerie im Hofgarten.

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